Kernbefunde
Ausgabe zum 25. Jahrestag · Stand der Belege: 11. September 2026
Behördliches Versagen, nachträgliche Verheimlichung und Mitwirkung an den Anschlägen sind unterschiedliche Aussagen. Dokumentierte Fehler belegen für sich genommen keine Mitwirkung. Dieser Bericht trennt die bautechnischen Befunde von der nachrichtendienstlichen und politischen Aktenlage.
Die bautechnische Erklärung des NIST verbindet Schäden und Brände mit beobachteten Verformungen. Nach den Schlussfolgerungen des NIST beschädigten die Einschläge Stützen der Türme und entfernten Brandschutzbeschichtungen; brandgeschwächte Decken bogen sich durch und zogen Außenstützen nach innen, wodurch der Einsturz begann. Das NIST verweist auf Foto- und Videoaufnahmen dieser Einwärtsverformung. Für WTC 7 beschreibt es brandbedingte innere Schäden vor dem Absinken der Fassade; der beobachtete frühere Einsturz des östlichen Dachaufbaus gehört zu seinen Belegen. S02 S03
Die Modelle untersuchten unterschiedliche Phasen des Versagens. Das NIST modellierte den Beginn der Turmeinstürze, nicht den gesamten anschließenden Absturz. Den weiteren Ablauf hielt es ohne ebenso komplexe Modellierung für erklärbar. Die WTC-7-Untersuchung umfasste eine globale Einsturzsimulation, deren Unsicherheit mit fortschreitendem Einsturz zunahm. Die von Architects & Engineers for 9/11 Truth finanzierte Studie der University of Alaska Fairbanks widerspricht der NIST-Erklärung für WTC 7; sie ist ein Universitätsbericht und kein begutachteter Fachzeitschriftenartikel. Diese Unterschiede sind bei der Bewertung der jeweiligen Modellaussagen zu berücksichtigen. S02 S03 S09
Die Fallmessungen betreffen unterschiedliche Objekte und Zeitabschnitte. Das NIST schätzte rund 11 und 9 Sekunden, bis die ersten Fassadenteile der Türme den Boden erreichten; dies misst nicht die Beschleunigung der gesamten Gebäude. Für die Nordfassade von WTC 7 verzeichnet der Abschlussbericht eine Phase von 2,25 Sekunden mit Erdbeschleunigung über etwa 32 Meter. Abschnitt 5 erläutert die Erklärung des NIST und die veröffentlichten Einwände von Ingenieuren. S02 S03
Die Staubanalysen und die Entscheidungen über weitere Tests sind getrennte Fragen. Harrit und Kollegen deuteten rot-graue Partikel als aktives thermitisches Material. Millette fand bei einer späteren Untersuchung eine Epoxidharz-Pigment-Beschichtung, wies in den untersuchten Proben keine Teilchen aus elementarem Aluminium nach und identifizierte das Produkt nicht. Seine Ergebnisse erschienen als Fortschrittsbericht eines Labors. Das NIST prüfte den Stahl nicht auf Thermit- oder Thermatrückstände; es erläutert, weshalb es seine anderen Befunde für ausreichend hielt und warum Prüfungen auf die beteiligten Elemente nicht unbedingt schlüssig wären. S12 S45 S02
Der erhaltene Stahl bildet eine begrenzte, dokumentierte Sammlung. Das NIST untersuchte 236 geborgene Stücke, geschätzt ein Viertel bis ein halbes Prozent des Baustahls der Türme. Fachleute, darunter Mitglieder des New Yorker Tragwerksplanerverbands Structural Engineers Association of New York, sammelten und katalogisierten Material an Aufbereitungsplätzen; dazu gehörten identifizierte Stücke aus Einschlag- und Brandgeschossen. Kritiker beanstanden den Verlust des übrigen Materials. Der erhaltene Bestand ermöglicht bestimmte Analysen; das fehlende Material begrenzt, was heute noch geprüft werden kann. S28 S02
Amtliche Unterlagen dokumentieren unterlassene Informationsweitergabe und eine falsche militärische Zeitleiste. Eine Meldung über das US-Visum Khalid al-Mihdhars wurde innerhalb der CIA zurückgestellt und nie an das FBI versandt. Der Generalinspekteur des US-Justizministeriums konnte den Grund nicht feststellen. Kommissionsmitglieder schilderten später die Debatte über mögliche strafrechtliche Ermittlungen wegen der unzutreffenden militärischen Zeitleiste; die hier zitierte Aktenlage belegt keine vorsätzliche Täuschung. S07 S20 S94
Das saudische Gerichtsverfahren ist von einer Feststellung der Verantwortung zu unterscheiden. Freigegebene Unterlagen haben die prüfbare Beweislage erweitert. Das FBI hielt im Abschlussvermerk vom Mai 2021 die Belege für eine Strafverfolgung für unzureichend; seine Zusammenfassung vom Juli 2021 bewertete ein weiter reichendes Unterstützungsnetzwerk mit saudischen Verbindungen. Im August 2025 ließ ein Bundesrichter das Opferverfahren auf Grundlage der Zuständigkeitsprüfung weiterlaufen und behielt strittige Tatsachen der Hauptverhandlung vor; gegen die Entscheidung sind Rechtsmittel eingelegt. Abschnitt 14 trennt diese Befunde und stellt die saudische Antwort dar. S125 S124 S123 S54
Methode und Status. Dieser Beitrag stellt amtliche Befunde, dokumentierte Einwände und den Stand der Belege dar, ohne ein eigenes Urteil über strittige Behauptungen zu fällen. Quellen sind Regierungs- und Gerichtsunterlagen, wissenschaftliche Veröffentlichungen, eigene Publikationen der Beteiligten und gekennzeichnete Sekundärberichte. Recherche und Text wurden KI-gestützt erstellt. Der Herausgeber hat diese Fassung am 12. September 2026 freigegeben. Eine unabhängige menschliche Faktenprüfung oder bautechnische Fachprüfung hat nicht stattgefunden.
1. Was unstrittig ist
Am Morgen des 11. September 2001 wurden vier Flugzeuge entführt. American-Airlines-Flug 11 traf um 8:46 Uhr den Nordturm des World Trade Center, United-Airlines-Flug 175 um 9:03 Uhr den Südturm, American-Airlines-Flug 77 um 9:37 Uhr das Pentagon, und United-Airlines-Flug 93 stürzte um 10:03 Uhr auf einem Feld bei Shanksville in Pennsylvania ab. Der Südturm stürzte um 9:59 Uhr ein, 56 Minuten nach dem Treffer. Der Nordturm stürzte um 10:28 Uhr ein, 102 Minuten nach dem Treffer. Ein drittes Gebäude des Komplexes, das 47-stöckige 7 World Trade Center, stürzte um 17:20 Uhr ein, nachdem es rund sieben Stunden unkontrolliert gebrannt hatte. Es war von keinem Flugzeug getroffen worden.

2977 Menschen starben, die 19 Attentäter nicht mitgerechnet: 2753 im World Trade Center, 184 im Pentagon und 40 an Bord von Flug 93.
Dass die Flugzeuge entführt wurden, dass sie die Gebäude trafen und dass al-Qaida den Anschlag für sich reklamierte, bestreitet ernsthaft niemand. Osama bin Laden bekannte sich dazu. Khalid Scheich Mohammed bezeichnete sich selbst als Organisator, unter anderem in einer Erklärung, die einem Tribunal in Guantánamo am 10. März 2007 vorgelegt wurde. S93 Der Streit betrifft, was zur selben Zeit sonst noch zutraf.
Es lohnt zu benennen, worum es dabei nicht geht. Ernsthafte Kritiker der amtlichen Darstellung behaupten in aller Regel nicht, es hätten keine Flugzeuge die Türme getroffen. Unter denen, die technische Einwände veröffentlicht haben, konzentriert sich der Streit auf drei Fragen: warum die Gebäude herunterkamen, was die US-Regierung vorher wusste, und warum Teile der Untersuchung so geführt wurden, wie sie geführt wurden.
2. Die Untersuchungen, und was jede tatsächlich prüfte
Fünf amtliche Stellen und eine Studie eines Berufsverbands befassten sich mit den Anschlägen, und die Abgrenzung zwischen ihnen ist wichtig, weil jede regelmäßig für Schlüsse zitiert wird, die sie nie gezogen hat.
Die FBI-Ermittlung PENTTBOM war ein Strafverfahren zur Frage, wer die Anschläge verübte. Sie identifizierte die 19 Attentäter und verfolgte Finanzierung und Reisewege. Warum die Gebäude einstürzten, untersuchte sie nicht.
Das Building Performance Assessment Team der FEMA legte im Mai 2002 die erste bautechnische Studie vor. Es war eine Gruppe von Freiwilligen mit begrenztem Zugang zum Gelände und ohne Zwangsbefugnisse. Der Bericht schrieb seiner besten Hypothese zum Einsturz von WTC 7 „nur eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit” zu und empfahl weitere Forschung. S67
Die gemeinsame Untersuchung der Geheimdienstausschüsse von Repräsentantenhaus und Senat berichtete im Dezember 2002 über nachrichtendienstliche Versäumnisse. 28 Seiten über Unterstützung durch ausländische Regierungen blieben bis Juli 2016 als Verschlusssache gesperrt.
Die 9/11-Kommission legte im Juli 2004 ihren Bericht über Ursprung der Anschläge und Reaktion der Behörden vor. Die Einstürze untersuchte sie nicht; das überließ sie dem NIST. S06
Der Pentagon Building Performance Report der ASCE vom Januar 2003 untersuchte die Bauschäden am Pentagon. S17
Das National Institute of Standards and Technology führte die technische Untersuchung zum World Trade Center durch. Der Bericht zu den Türmen, NCSTAR 1, erschien 2005; der zu WTC 7, NCSTAR 1A, im November 2008. S04 S03
Die folgenreichste Tatsache über die NIST-Untersuchung ist die Grenze, die sie sich selbst setzte. Ihr Ziel war zu klären, warum die Einstürze begannen. Sobald der Auslöser feststand, so die Behörde, sei „die Fortpflanzung des Einsturzes ohne dieselbe Modellierungskomplexität ohne Weiteres erklärbar” gewesen. Das NIST erstellte daher kein Modell davon, wie einer der Türme tatsächlich herunterkam. S02
Das ist keine verborgene Tatsache; das NIST veröffentlicht sie. Sie bedeutet aber: Wer fragt, ob die amtliche Erklärung erklärt, wie die Gebäude fielen, dem ist korrekt zu antworten, dass die amtliche Untersuchung vor dieser Frage bewusst haltmachte. Alles, was über den Einsturzablauf der Türme gesagt wird — von Verteidigern wie von Kritikern des NIST —, stammt aus Arbeiten außerhalb der amtlichen Untersuchung. Bei WTC 7 ist das anders: Dort hat das NIST den Einsturz selbst simuliert, wie Abschnitt 5 beschreibt.
Die NCSTAR-Berichte selbst durchliefen kein Begutachtungsverfahren einer Fachzeitschrift: Sie wurden von einem Beirat geprüft und zur öffentlichen Kommentierung freigegeben. Das NIST erklärt, seine Methoden zur Brand- und Wärmeanalyse seien fachlich begutachtet und in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht worden. Seine Forscher veröffentlichten außerdem 2012 ihre Tragwerksanalyse zu WTC 7 im Journal of Structural Engineering. Der Publikationsstand anderer Forscher wird in Abschnitt 9 behandelt. S02 S72
3. Wofür die Türme ausgelegt waren
Die Aussage, die Türme seien für den Treffer eines Verkehrsflugzeugs gebaut worden, trifft zu und beruhigt weniger, als sie klingt.
Ein dreiseitiges Dokument der Hafenbehörde hält fest, dass Ingenieure in der Entwurfsphase, im Februar und März 1964, den Aufprall einer Boeing 707 mit 600 Meilen pro Stunde untersuchten, und behauptet, ein solcher Zusammenstoß „würde nur zu örtlichen Schäden führen, die weder einen Einsturz noch wesentliche Schäden am Gebäude verursachen könnten”. Eine gesonderte Berechnung der Hafenbehörde vom März 1964 ermittelte die Schwingungsdauer des Turms nach einem Flugzeugaufprall im 80. Stockwerk; ein Ergebnis ist auf dem Rechenblatt nicht vermerkt. Das NIST berichtete nach Durchsicht der erhaltenen Unterlagen, seine Ermittler seien „nicht in der Lage gewesen, irgendeine Dokumentation der Kriterien und der Methode der Aufprallanalyse aufzufinden”. Die Arbeitsunterlagen sind verschwunden. S48 S04 S02
Daraus folgt zweierlei. Erstens belegen die erhaltenen Unterlagen nicht, dass der daraus entstehende Brand analysiert wurde. Das NIST „konnte keinen Beleg dafür finden, dass das Ausmaß der aufprallbedingten Tragwerksschäden oder die Größe eines Brandes, den Tausende Gallonen Kerosin erzeugen könnten, in Betracht gezogen wurde”. S04
Zweitens waren die Flugzeuge nicht dieselben. Eine Boeing 767-200ER ist nach den Worten des NIST „etwa 20 Prozent größer” als eine 707. Das NIST schätzte die Aufprallgeschwindigkeiten auf rund 440 Meilen pro Stunde beim Nordturm und rund 540 beim Südturm — beide unter den 1964 angenommenen 600 Meilen pro Stunde. Der Unterschied lag im Flugzeug, nicht in der Geschwindigkeit; und weil das NIST keine Aufzeichnung der Kriterien oder Methode der Analyse von 1964 finden konnte, lässt die Aktenlage keinen genaueren Vergleich zu. S02 S04

Dem steht eine Aussage des leitenden Tragwerksplaners der Türme entgegen. John Skilling sagte der Seattle Times 1993, nach dem Anschlag auf das World Trade Center, seine Gruppe habe den Aufprall einer Boeing 707 analysiert, und das größte Problem wäre gewesen, dass sich der gesamte Treibstoff des Flugzeugs in das Gebäude ergießt: Es gäbe „einen entsetzlichen Brand” und viele Tote, aber „das Tragwerk des Gebäudes wäre noch da”. S63 Skilling starb am 5. März 1998. S66 Seine Aussage ist die Erinnerung an eine Analyse, deren Unterlagen das NIST nicht finden konnte, und sie geht über das erhaltene Papier hinaus.
Frank DeMartini, Bauleiter der Hafenbehörde, sagte in einem Anfang 2001 aufgezeichneten Interview, das Tragwerk sei für den Aufprall einer vollbeladenen 707 ausgelegt und er halte mehrere Flugzeugtreffer für verkraftbar. Leslie Robertson, der andere leitende Tragwerksplaner, schrieb 2002 in The Bridge, die Auslegung habe eine langsam fliegende Boeing 707 berücksichtigt, die sich im Nebel verirrt habe und in JFK oder Newark landen wolle. Er erklärte, über die Folgen des daraus entstehenden Brandes sei wenig bekannt gewesen und für diesen Fall seien keine Entwürfe erstellt worden. Diese Darstellung unterscheidet sich vom Aufprall mit 600 Meilen pro Stunde im erhaltenen Dokument der Hafenbehörde. Sein Beitrag wurde in einer Textwiedergabe geprüft, weil die Originalseite der NAE nicht zugänglich war. S68
Der einzige Punkt, über den Einigkeit besteht, geht oft verloren: Beide Türme hielten dem Aufprall stand. Keiner fiel beim Treffer. Der gesamte fachliche Streit betrifft die folgende Stunde.
Was das NIST feststellte. Die Flugzeugaufpralle durchtrennten Stützen, lösten Brandschutzbeschichtungen von Stahlstützen und Deckenträgern und verteilten Treibstoff über mehrere Geschosse. Die folgenden Brände schwächten die ungeschützten Decken und Stützen. Durchhängende Decken zogen die Außenstützen nach innen; die Einwärtsverformung und das anschließende Versagen der Südseite des Nordturms und der Ostseite des Südturms leiteten den Einsturz ein. Das NIST führt Fotos, Videos und Beobachtungen der Polizeiflieger als Belege für diese Abfolge an. Dies ist seine Erklärung des Einsturzbeginns; der weitere Fall wird im folgenden Abschnitt behandelt. S02
4. Wie schnell die Türme fielen
Der Ausdruck „freier Fall” trägt in der öffentlichen Debatte über den 11. September die größte Last, und Genauigkeit lohnt sich.
Ein freier Fall vom Dach des Nordturms, 417 Meter, würde rund 9,2 Sekunden dauern. Doch keiner der beiden Einstürze begann am Dach. Beide begannen in der Aufprallzone — etwa im 95. Stockwerk des Nordturms und im 80. Stockwerk des Südturms —, und ein freier Fall aus diesen Höhen würde grob 8,5 beziehungsweise 8 Sekunden dauern. Das NIST schätzte, dass die ersten Fassadenteile bei WTC 1 rund 11 Sekunden und bei WTC 2 rund 9 Sekunden nach Beginn des Einsturzes den Boden erreichten — ermittelt aus Videoaufnahmen und aus seismischen Aufzeichnungen in Palisades im Staat New York: in beiden Fällen länger als ein freier Fall aus der Höhe, in der der Einsturz begann. S02 S04
Diese Werte verfolgen die ersten Fassadenteile, die den Boden erreichten, nicht den Einsturz des Tragwerks selbst. Die Einsturzfront — die Grenze zwischen stehender und einstürzender Struktur — bewegte sich langsamer, und die Staubwolke macht sie nach den ersten Sekunden schwer verfolgbar. Der NIST-Bericht selbst sagt gleichwohl, der Abschnitt oberhalb der Aufprallzone sei „im Wesentlichen im freien Fall herabgekommen, wie in Videos zu sehen”, weil die Geschosse darunter „wenig Widerstand boten”. Diese Zeitspannen bestimmen nicht die Beschleunigung des gesamten Tragwerks eines der Türme. Die nachfolgend beschriebene Messung Chandlers betrifft den sichtbaren oberen Abschnitt des Nordturms während der ersten Sekunden seines Falls. S02
Was Kritiker auf Grundlage von Videovermessungen tatsächlich vorbringen, ist etwas anderes: Der obere Abschnitt des Nordturms habe gleichmäßig beschleunigt, ohne die plötzliche Verzögerung, die ein Zusammenstoß des fallenden Blocks mit dem intakten Tragwerk darunter erzeugen müsste. Graeme MacQueen und Tony Szamboti verfolgten in einem Aufsatz vom Januar 2009 die Dachlinie und nannten die ausbleibende Verzögerung „den fehlenden Ruck”; der Physiklehrer David Chandler veröffentlichte im Februar 2010 eine parallele Messung und bezifferte die Abwärtsbeschleunigung des oberen Abschnitts auf 6,31 Meter pro Sekundenquadrat, rund 64 Prozent der Erdbeschleunigung. Beide Aufsätze erschienen im Journal of 9/11 Studies, das von der Bewegung selbst herausgegeben wird. Behauptet wird nicht, das Gebäude sei im freien Fall gefallen, sondern es sei ohne den Widerstand gefallen, den ein Versagen Stütze für Stütze erzeugen würde. S57 S58
Das Gegenargument findet sich in Aufsätzen von Zdeněk Bažant und Kollegen. Bažant und Yong Zhou legten im Januar 2002 im Journal of Engineering Mechanics eine vereinfachte Analyse vor: Der Tragwerkswiderstand habe etwa eine Größenordnung unter dem Wert gelegen, der nach Beginn des Falls des oberen Abschnitts nötig gewesen wäre, um den Einsturz aufzuhalten. Bažant und Mathieu Verdure entwickelten im März 2007 das Zweiphasenmodell: zunächst eine durch das untere Tragwerk abwärts laufende Zerstörungsfront („crush-down”), danach ein Zermalmen des oberen Blocks („crush-up”). Bažant, Jia-Liang Le, Frank Greening und David Benson veröffentlichten im Oktober 2008 einen weiteren Aufsatz zum Einsturz der Türme. Diese Analysen stützen einen durch Schwerkraft angetriebenen Einsturz und sind von der NIST-Untersuchung zu unterscheiden. S69 S70 S71
Das Modell ist in der Fachliteratur bestritten worden. Gregory Szuladziński, Anthony Szamboti und Richard Johns veröffentlichten 2013 im International Journal of Protective Structures den Aufsatz „Some Misunderstandings Related to WTC Collapse Analysis” und argumentierten, die Behandlung von Trägheit und Stützentragfähigkeit sei falsch. S15 Bereits 2010 hatte das Journal of Engineering Mechanics einen Diskussionsbeitrag des Kritikers Anders Björkman und eine Schlusserwiderung von Jia-Liang Le und Bažant veröffentlicht. S16 S47
Die Publikationsfolge umfasst somit die Aufsätze von Bažant und Kollegen aus den Jahren 2002, 2007 und 2008, Diskussion und Schlusserwiderung von 2010 sowie den Aufsatz der Kritiker von 2013. Die Veröffentlichung in einer begutachteten Fachzeitschrift dokumentiert Publikationsort und Prüfverfahren; sie entscheidet für sich genommen nicht über die inhaltlichen Einwände.
5. WTC 7 und die 2,25 Sekunden im Abschlussbericht des NIST
WTC 7 wirft eigene Fragen zu brandbedingtem Versagen, gemessener Beschleunigung und der Modellierung eines Gebäudes auf, das nicht von einem Flugzeug getroffen wurde.
Das Gebäude hatte 47 Stockwerke, war 186 Meter hoch und stand dem Nordturm gegenüber an der Vesey Street. Ein Flugzeug traf es nicht. Trümmer des einstürzenden Nordturms trafen die Südfassade und lösten Brände aus, die etwa sieben Stunden auf mehreren Geschossen brannten. Löschwasser gab es nicht; die Leitungen waren zerstört. Um 17:20 Uhr stürzte das Gebäude ein. Niemand kam darin um.
Was das NIST feststellte. Trümmer des Nordturms durchtrennten sieben Außenstützen und entzündeten Brände auf mindestens zehn Geschossen; auf sechs davon, den Geschossen 7 bis 9 und 11 bis 13, brannten sie unkontrolliert. Im 13. Geschoss dehnten sich die Stahlträger der Decke auf der Ostseite in der Hitze aus und schoben einen Unterzug von seinem Auflager an Stütze 79, einer Innenstütze. Geschoss 13 stürzte ein, und eine Kaskade von Deckenversagen setzte sich bis zum 5. Geschoss fort. Stütze 79, nun über neun Geschosse ohne seitliche Halterung, knickte. Das Versagen pflanzte sich im Inneren von Ost nach West fort, dann knickten die Außenstützen, und das Gebäude kam herunter. Das NIST nennt es „den ersten bekannten Fall eines Hochhauses, das vor allem durch unkontrollierte Brände zum Einsturz gebracht wurde”. Es stellte außerdem fest, dass im Gebäude gelagerter Dieselkraftstoff für Notstromaggregate keine Rolle spielte und dass „Sprengereignisse im Gebäude nicht stattfanden”. S03 S01 S05
Die Phase freien Falls. Der am 21. August 2008 zur öffentlichen Kommentierung veröffentlichte Entwurf hielt fest, der Einsturz habe rund 40 Prozent länger gedauert als ein freier Fall, und wies keine Phase freien Falls aus. Der Physiklehrer David Chandler vermaß die Nordfassade aus Videoaufnahmen und erklärte öffentlich, ein Teil des Absturzes erfolge exakt mit Erdbeschleunigung. Nach Angaben des NIST wurde es in der öffentlichen Kommentierung gebeten, den Zeitunterschied zu bestätigen und genauer zu erklären. Daraufhin analysierte es Weg, Geschwindigkeit und Beschleunigung der Dachlinie detaillierter. Im Abschlussbericht vom November 2008 teilte das NIST den Absturz in drei Phasen:
- Phase 1, 0 bis 1,75 Sekunden: langsamer als der freie Fall, während die Außenstützen knickten.
- Phase 2, 1,75 bis 4,0 Sekunden: Erdbeschleunigung — freier Fall — über 2,25 Sekunden, rund 32 Meter, etwa acht Stockwerke.
- Phase 3, 4,0 bis 5,4 Sekunden: wieder langsamer als die Erdbeschleunigung.
Die Nordfassade sank in 5,4 Sekunden um rund 18 Stockwerke; ein freier Fall über dieselbe Strecke hätte 3,9 Sekunden gedauert. S01 S03

Kritiker deuten die Phase freien Falls als Beleg dafür, dass das Tragwerk über acht Geschosse dem Fall keinen Widerstand mehr entgegensetzte, und argumentieren, Feuer könne diesen Verlust nicht gleichzeitig über eine ganze Geschossfläche verursachen. Die Erklärung des NIST verbindet die beobachtete Bewegung mit einer Abfolge von Tragwerksversagen: Lasten geknickter Innenstützen wurden auf die Außenstützen übertragen, die zwischen den Geschossen 7 und 14 innerhalb von etwa zwei Sekunden knickten. Nachdem dieser rund acht Geschosse hohe Bereich geknickt war, fiel das darüberliegende Tragwerk in Phase 2 mit Erdbeschleunigung; in Phase 3 nahm die Beschleunigung ab, als es auf die darunter bereits eingestürzte Struktur traf. Das NIST verweist außerdem darauf, dass der östliche Dachaufbau ins Gebäude fiel und auf der Ostseite der Nordfassade Fenster zerbrachen, bevor die Außenhülle insgesamt absank. Es wertet diese Beobachtungen als Belege dafür, dass das innere Tragwerk vor der Außenhülle versagte. S03 S01
Die Studie der University of Alaska Fairbanks. Zwischen 2015 und 2020 erstellte ein Team unter Professor J. Leroy Hulsey an der University of Alaska Fairbanks ein eigenes Finite-Elemente-Modell des Gebäudes. Finanziert wurde das Vorhaben mit 316 153 US-Dollar von Architects & Engineers for 9/11 Truth — eine Interessenorganisation, die Forschung zu ihrer eigenen These finanziert, was die Universität offenlegte. Ein Entwurf erschien im September 2019 mit öffentlicher Kommentierungsfrist, der Abschlussbericht im März 2020.
Die Schlussfolgerungen: „Die Hauptschlussfolgerung unserer Studie ist, dass Feuer den Einsturz von WTC 7 am 11. September nicht verursacht hat”, und der Einsturz sei „ein globales Versagen unter nahezu gleichzeitigem Ausfall jeder Stütze des Gebäudes” gewesen. S09 S10
Die Studie ist nicht in einer begutachteten bautechnischen Fachzeitschrift erschienen. Die Universität veröffentlichte den Abschlussbericht und stellte die Modelldaten zum Herunterladen bereit. S09
Die Daten, die das NIST zurückgehalten hat. Am 9. Juli 2009 traf der Direktor des NIST nach dem National Construction Safety Team Act die förmliche Feststellung, die Herausgabe bestimmter Untersuchungsdaten „könnte die öffentliche Sicherheit gefährden”. Das NIST gab auf den Antrag 25 644 Dateien heraus und hielt 68 500 zurück — nach der Zusammenfassung des Gerichts die detaillierten Anschlussmodelle, die Materialeigenschaften der Anschlüsse und die an den tatsächlichen Ereignissen validierten Bruchelemente. Zur Begründung hieß es, validierte Modelle des Gebäudeversagens „könnten benutzt werden, um den Einsturz eines Gebäudes vorherzusagen”, und jemandem helfen zu lernen, „wie man Gebäudeeinstürze simuliert und große Gebäude am wirksamsten zerstört”. Ein Bundesgericht bestätigte die Zurückhaltung 2011 in Quick v. United States Department of Commerce. S11
Die Folge ist, dass sich die Einsturzanalyse des NIST aus den Eingangsdaten, die sie bestimmen, nicht unabhängig reproduzieren lässt. Das ist eine Feststellung über die Aktenlage, nicht darüber, ob die Schlussfolgerung stimmt.
Berichtigungsantrag und Klage. Im April 2020 stellten AE911Truth, zehn Angehörige von Opfern und 88 Architekten und Tragwerksingenieure einen Berichtigungsantrag nach dem Data Quality Act; unter anderem habe das NIST Stegaussteifungen aus seinem Modell des maßgeblichen Unterzugs weggelassen. Das NIST wies den Antrag im August 2020 und den Widerspruch im Juni 2021 zurück. Im September 2021 folgte eine Klage der Organisation, von zehn Architekten und Tragwerksingenieuren und acht Angehörigen. Das Bundesbezirksgericht für den District of Columbia wies sie im August 2022 mangels Klagebefugnis ab, weil die Kläger keine rechtlich anerkannte Beeinträchtigung ihrer Informationsinteressen oder ihrer Organisation geltend gemacht hatten. Das Berufungsurteil erklärt, weder der Information Quality Act noch der National Construction Safety Team Act verlange die Offenlegung, die den Klägern nach ihrer Darstellung verweigert worden sei. Die Kläger charakterisierten das Ergebnis so, dass ein Anspruch auf einen Bericht anerkannt werde, aber keiner auf dessen Richtigkeit. Das Berufungsgericht für den District of Columbia Circuit bestätigte dies im Oktober 2023 aus demselben Grund und lehnte eine erneute Anhörung ab; der Supreme Court nahm den Fall im April 2024 nicht an. S51 S42 S49 S50
Kein Gericht hat darüber entschieden, ob die NIST-Analyse zu WTC 7 zutrifft. Entschieden wurde, wer klagen darf, nicht, was geschehen ist.
6. Wie oft ein Brand ein Hochhaus zum Einsturz gebracht hat
Das meistwiederholte Argument gegen die amtliche Darstellung ist eine Grundrate: Vor dem 11. September 2001 sei nie ein Stahlskelett-Hochhaus durch Feuer eingestürzt, und an jenem Tag seien es drei gewesen. Die Prämisse trifft annähernd zu. Die Schwierigkeit liegt im Schluss daraus.
Hochhäuser haben schwer gebrannt, ohne global einzustürzen — vor 2001 und seither. One Meridian Plaza in Philadelphia, 38 Stockwerke, brannte im Februar 1991 rund 18 Stunden mit örtlichem Tragwerksversagen und ohne Einsturz. Das Gebäude der First Interstate Bank in Los Angeles brannte 1988 über vier Geschosse und stürzte nicht ein. Der Torre Windsor in Madrid brannte im Februar 2005 rund 19 Stunden: Seine ungeschützten Stahlaußenstützen oberhalb des Abfanggeschosses im 17. Stock versagten und rissen die äußeren Bereiche der Betondecken darüber mit, während der Stahlbetonkern und die Geschosse darunter standhielten. Der Grenfell Tower in London brannte 2017 durch, ohne einzustürzen — ein Betonbau. S56

Nach 2001 änderte sich die Aktenlage zum vollständigen Einsturz. Am 19. Januar 2017 stürzte das 16-stöckige Stahlskelett-Hochhaus Plasco in Teheran nach einem Brand mit elektrischer Ursache vollständig ein. 22 Menschen starben, darunter 16 Feuerwehrleute. Eine Studie in der Zeitschrift Fire Technology rekonstruiert die Abfolge vom Brand bis zum vollständigen Einsturz anhand von Tragwerksunterlagen, Interviews und Videoanalysen. S13
AE911Truth bestreitet auch eine ausschließlich brandbedingte Erklärung für Plasco: In ihrer vorläufigen Einschätzung vom 20. Februar 2017 forderte die Organisation Ermittler auf, eine kontrollierte Sprengung mit Spreng- und Brandmitteln als wahrscheinlichste Hypothese zu berücksichtigen. Dies ist die Position der Organisation, nicht der Befund der späteren Studie in Fire Technology. S103
Die Klasse „Stahlskelett-Hochhäuser, die wegen eines Brandes einstürzten” ist also nicht leer und besteht nicht nur aus dem 11. September.
Die methodische Schwierigkeit wirkt in beide Richtungen. Gebäude unterscheiden sich in Tragwerk, Brandschutz, Brandlast, Dauer und darin, ob gelöscht wurde. Bei keinem der Vergleichsbrände vor 2001 hatte ein Flugzeugaufprall die aufgespritzte Brandschutzbeschichtung von Bauteilen gerissen, Sprinkler ausgeschaltet, Löschleitungen zerstört und auf mehreren Geschossen gleichzeitig Brände entzündet. WTC 7 hatte davon ebenfalls nichts — es hatte Trümmerschäden, gewöhnliche Bürobrände und kein Wasser —, und genau deshalb ist es der Fall, den Kritiker am stärksten ins Feld führen.
Eine Grundrate taugt nur so viel wie ihre Vergleichsklasse. Ehrlich gesagt ist diese Klasse klein, uneinheitlich und zu dünn besetzt, um den Streit durch Abzählen zu entscheiden.
7. Die Suche nach Sprengstoff
Für Sprengstoff oder Brandmittel werden vier physische Belegstränge angeführt, und jeder hat eine dokumentierte Geschichte.
Rot-graue Partikel im Staub. Im April 2009 veröffentlichten Niels Harrit und acht Mitautoren im Open Chemical Physics Journal den Aufsatz „Active Thermitic Material Discovered in Dust from the 9/11 World Trade Center Catastrophe”. Sie berichteten von rot-grauen Partikeln in Staubproben, die sich bei rund 430 °C entzündeten und Eisenoxid sowie Aluminium in nanometerfeinen Strukturen enthielten, was sie als technisch hergestelltes thermitisches Material einstuften. S12
Ein Replikationsversuch von James Millette von MVA Scientific Consultants berichtete 2012 über Partikel in WTC-Staub mit gleichem Aussehen und gleicher Elementzusammensetzung. Es handelte sich um einen Fortschrittsbericht eines privaten Labors, nicht um einen begutachteten Zeitschriftenaufsatz. Seine Infrarotspektroskopie ordnete die rote Schicht einem Epoxidharz und Kaolin zu; Elektronen- und Lichtmikroskopie identifizierten das Epoxidharz als Matrix und die darin liegenden Partikel als Eisenoxidpigment und Kaolinplättchen. In den untersuchten Partikeln wies er keine Teilchen aus elementarem Aluminium nach und schloss, die rote Schicht sei „kein Thermit und kein Nano-Thermit”. Aus welchem Produkt die Partikel stammen, stellte er nicht fest, und er merkte an, ihre Zusammensetzung entspreche nicht der Grundierung, die auf den Stützen der Türme verwendet wurde. S45
Die zitierten Berichte kommen zu unterschiedlichen Schlüssen über die jeweils untersuchten Partikel. Harrit und Mitautoren identifizierten thermitisches Material; Millette identifizierte eine Epoxid- und Pigmentbeschichtung, ließ aber deren Ursprungsprodukt offen. Sein Befund belegt nicht, dass die Partikel aus der Stützengrundierung der Türme stammten. S12 S45
Eisenkügelchen. In einem für die Deutsche Bank erstellten Gutachten vom Mai 2004 identifizierte die RJ Lee Group kugelförmige Eisenpartikel und hitzeveränderte Silikatpartikel als Merkmale zur Unterscheidung von WTC-Staub. Sie führte die hitzeveränderten Partikel auf Brände nach dem WTC-Ereignis zurück. Der Particle Atlas of World Trade Center Dust des Geologischen Dienstes der USA von 2005 verzeichnet ebenfalls eisenreiche Partikel; Tabelle 1 bezeichnet Iron-03 und Iron-04 als Kugeln. Dies sind Analysen von Staubbestandteilen und Kontamination, keine Feststellungen zum Einsturzmechanismus. S101 S102
AE911Truth deutet die eisenreichen Kügelchen als Beleg für eine thermitische Reaktion und bestreitet Erklärungen durch gewöhnliche Brände. Das Vorhandensein der Partikel ist in den Laborunterlagen dokumentiert; ihre Zuordnung zu Thermit ist die Interpretation der Kritiker. S112
Geschmolzenes Metall. Mehrere Augenzeugen beschrieben in den Wochen nach dem Anschlag geschmolzenes Metall in den Trümmerbergen. Das NIST erklärt, es habe keinen Beleg dafür gefunden, dass Stahl in den Kerosinbränden vor dem Einsturz der Türme schmolz — Stahl schmilzt bei rund 1500 °C, und das NIST setzt die Luftspitzentemperaturen in der oberen Schicht bei rund 1000 °C an —, und der Zustand des Stahls in den Trümmern, geschmolzen oder nicht, sei für seine Untersuchung der Einsturzauslösung „unerheblich” gewesen. Wo man vor dem Einsturz geschmolzenes Material aus dem Südturm fließen sah, führte das NIST es auf Aluminiumlegierungen des Flugzeugs zurück, die zwischen etwa 475 und 640 °C schmelzen. Die berichteten Schmelzflüsse in den Trümmerbergen wurden nicht durch Probenahme identifiziert: Es ist keine Probe dieser Flüsse bekannt, die entnommen und analysiert wurde. S02
Ein gesonderter physischer Befund betrifft geborgenen Stahl, nicht Proben dieser berichteten Schmelzflüsse. Anhang C des FEMA-Berichts dokumentierte an einer Probe aus WTC 7 „einen schweren Hochtemperatur-Korrosionsangriff auf den Stahl, einschließlich Oxidation und Sulfidierung mit anschließendem interkristallinem Schmelzen” und untersuchte auch eine Probe, die einem der Türme zugeschrieben wurde. Die Autoren empfahlen weitere Forschung und ließen offen, ob die ungewöhnliche Korrosion vor dem Einsturz oder während längerer Erwärmung in den Trümmern begann. Das NIST verwies bei der Erörterung der Grenzen von Tests auf Thermit- oder Thermatrückstände darauf, dass Schwefel bereits in Gipskartonplatten und die betreffenden Metallverbindungen auch in Baumaterialien vorkamen. Dies benennt eine alternative Herkunft der Elemente; es ist keine abschließende Erklärung der in Anhang C untersuchten Proben. S73 S02
Schall und Seismik. Das Lamont-Doherty Earth Observatory der Columbia University zeichnete die Einstürze als seismische Ereignisse der Stärke 2,1 und 2,3 auf und veröffentlichte die Analyse am 20. November 2001 in Eos. Die Autoren führten die Signale auf die Aufpralle und die Einstürze selbst zurück und kamen zu dem Schluss, dass Schäden an Nachbargebäuden durch herabfallende Trümmer und Luftdruck entstanden, nicht durch Bodenerschütterung. Ob Sprengstoff eingesetzt wurde, behandelt der Aufsatz nicht; er merkt an, dass die Lkw-Bombe von 1993 mit rund einer halben Tonne Sprengstoff seismisch nicht erfasst wurde, nicht einmal an einer 16 Kilometer entfernten Station. S31 S59
Das Schallargument des NIST ist konkret: Die kleinste Ladung, die die maßgebliche Stütze von WTC 7 hätte versagen lassen, hätte in 800 Metern Entfernung 130 bis 140 Dezibel erzeugt, und ein Geräusch dieser Stärke findet sich in keinem Zeugenbericht und auf keiner Tonspur eines Videos. S01
Das NIST schätzte gesondert, dass zum Durchtrennen einer großen Stahlstütze von WTC 7 mindestens 100 Pfund (etwa 45 Kilogramm) herkömmliches Thermit um sie herum angebracht und während der Reaktion in Kontakt mit ihr gehalten werden müssten. Dass dies unbemerkt bliebe, hielt es für unwahrscheinlich. AE911Truth erwidert, die Sprengberechnung habe RDX, einen hochbrisanten Sprengstoff, verwendet, während die eigene Hypothese Nano-Thermit, möglicherweise zusammen mit anderen Spreng- oder Brandmitteln, vorsehe. Berechnungen für herkömmliches Thermit prüften diese Hypothese ebenfalls nicht. Dies sind konkurrierende Argumente über das angenommene Material und dessen Einsatzweise. S01 S77
Zeugenberichte über Explosionen. Die New Yorker Feuerwehr nahm mündliche Berichte von 503 Angehörigen auf. Graeme MacQueen identifizierte in einer von Architects & Engineers for 9/11 Truth veröffentlichten Analyse 118, die Explosionen beschrieben. Die Stadt hielt die Berichte bis zu ihrer Freigabe am 12. August 2005 zurück, nachdem The New York Times geklagt hatte. Die Zeugenaussagen und MacQueens Einordnung sind dokumentiert; die physikalischen Ursachen der berichteten Geräusche bleiben strittig. S32
Untersuchung auf Rückstände. Auf eine Frage zu Sprengstoff oder Thermit erklärte das NIST, den Stahl nicht auf Rückstände untersucht zu haben. Es argumentierte außerdem, eine Untersuchung auf die Bestandteile von Thermit oder Thermat wäre nicht zwangsläufig schlüssig gewesen, weil diese Elemente in gewöhnlichen Baumaterialien vorkamen. Die zitierte Untersuchung enthält somit kein Ergebnis einer Rückstandsanalyse, das diese Frage klärt. S02
8. Was eine Sprengung erfordert hätte
Die Einwände des NIST gegen Vorbereitungen in WTC 7 betreffen Zugang und Entdeckungsrisiko. Nach seiner FAQ müssten zum Anbringen von Sprengladungen Arbeiten an den Stützen erfolgen, darunter das Entfernen und Wiederherstellen von Wänden oder Verkleidungen sowie Brandschutzbeschichtungen, ohne entdeckt zu werden. Die Behörde bezweifelt auch, dass die von ihr berechnete Menge herkömmlichen Thermits unbemerkt hätte angebracht werden können. Diese Einwände beziehen sich auf WTC 7, das kein Flugzeug traf; das Überstehen eines Flugzeugaufpralls ist eine gesonderte Frage für Hypothesen zu den Türmen. S01
Die veröffentlichte Erwiderung von AE911Truth bestreitet die Annahme, die Installation hätte ohne Wissen der für die Gebäudesicherheit Verantwortlichen erfolgen müssen. Sie zitiert Jim Hoffmans Vorschlag, Vorrichtungen könnten in regulärer Ausrüstung verborgen werden, und argumentiert, eine verdeckte Operation müsse nicht der Praxis gewöhnlicher gewerblicher Sprengungen folgen. Dies sind vorgeschlagene Möglichkeiten, das Zugangsproblem zu lösen, kein dokumentierter Bericht über eine Installation in WTC 7. S77
Die hier vorliegenden Quellen enthalten die Bewertung der Vorbereitungserfordernisse durch das NIST und die veröffentlichten Erwiderungen der Kritiker zu Verbergung und Mitwisserschaft. Sie identifizieren keine nachgewiesene Installationsoperation.
9. Wer die amtliche Darstellung bestreitet
Meistzitiert ist die Zahl, Tausende Architekten und Ingenieure lehnten die amtlichen Befunde ab. Die Zahl ist echt; ihr Nenner ebenfalls.
Architects & Engineers for 9/11 Truth meldete für Mai 2018 die Überschreitung von 3000 unterzeichnenden Architekten und Ingenieuren und für September 2021 von 3500 geprüften Unterzeichnern. Die Petition fordert eine neue Untersuchung der Zerstörung der drei Gebäude. S75 S76
Zur Einordnung: Nach Angaben des National Council of Architectural Registration Boards gab es 2025 in den Vereinigten Staaten gut 123 000 zugelassene Architekten. Die Unterzeichner von AE911Truth kommen aus aller Welt, umfassen Architekten und Ingenieure aller Fachrichtungen und beschränken sich nicht auf Tragwerksplaner oder Brandschutzingenieure — die beiden unmittelbar einschlägigen Fachrichtungen. S33
Die eigene Antwort von AE911Truth darauf lautet, eine Petition messe die Bereitschaft zu unterschreiben, nicht die Verteilung der Fachmeinung; Unterschreiben berge in einem Beruf, der von öffentlichen und institutionellen Auftraggebern lebe, berufliches Risiko; und wissenschaftliche Fragen entscheide man nicht durch Abzählen. Die Organisation hat nie behauptet, eine Mehrheit zu vertreten.
Beim Publikationsstand ist das Bild uneinheitlich. Der Aufsatz von Szuladziński, Szamboti und Johns erschien in einer begutachteten Fachzeitschrift. Das Journal of 9/11 Studies, in dem ein Großteil der technischen Arbeiten der Bewegung erscheint, wird von der Bewegung selbst herausgegeben und ist in den gängigen ingenieurwissenschaftlichen Datenbanken nicht erfasst. Der viel verbreitete Beitrag „15 years later: on the physics of high-rise building collapses” von Steven Jones, Robert Korol, Anthony Szamboti und Ted Walter von 2016 erschien in Europhysics News — der Zeitschrift der Europäischen Physikalischen Gesellschaft. Die Veröffentlichung dort ist für sich genommen kein Beleg für eine wissenschaftliche Fachbegutachtung. S14
Auch Analysen, die einen durch Feuer und Schwerkraft verursachten Einsturz stützen, haben eine Publikationsgeschichte: Die Aufsätze von Bažant erschienen im Journal of Engineering Mechanics, und NIST-Forscher veröffentlichten 2012 ihre Tragwerksanalyse zu WTC 7 im Journal of Structural Engineering. Außerhalb der Fachzeitschriften veröffentlichte Popular Mechanics eine Untersuchung auf Grundlage von Gesprächen mit Ingenieuren und anderen Fachleuten. Sie erläutert unter anderem, warum Stahl nicht schmelzen muss, um Tragfähigkeit zu verlieren, und warum austretende Luft und Trümmer Sprengungsmerkmalen ähneln können. Diese Veröffentlichungen unterscheiden sich in Zweck und Prüfverfahren und sollten entsprechend gelesen werden. S69 S70 S71 S72 S74
Die öffentliche Meinung ist von der Fachmeinung zu trennen. Eine Erhebung der Chapman University ergab 2016, dass 54,3 Prozent der Amerikaner zustimmten, die Regierung verheimliche Informationen über die Anschläge — die am weitesten verbreitete derartige Überzeugung in der Umfrage. S38 Eine YouGov-Erhebung unter 1098 US-Erwachsenen im August 2026 ergab, dass sich nur 15 Prozent der unter 30-Jährigen erinnern, wo sie an jenem Tag waren, gegenüber 90 Prozent der über 30-Jährigen — das ist der Generationenwechsel, in dem diese Debatten inzwischen geführt werden. S37
10. Das Pentagon
Der Streit um das Pentagon umfasst verschiedene Behauptungen über den Anflug, die Auslegung der Flugschreiberdaten und darüber, ob das Flugzeug das Gebäude traf. Citizen Investigation Team und Pilots for 9/11 Truth veröffentlichen unterschiedliche Argumente; sie sollten nicht als eine einheitliche Gegendarstellung behandelt werden. S104 S105
Der physische Befund. Der Pentagon Building Performance Report der ASCE vom Januar 2003 stellte fest, dass eine Boeing 757-200 mit rund 82 000 Kilogramm Masse und etwa 20 000 Litern Kraftstoff mit rund 850 Stundenkilometern in das Gebäude einschlug. Die rechte Tragfläche traf ein Notstromaggregat außerhalb des Gebäudes; das linke Triebwerk traf einen ebenerdigen Lüftungsschacht, bevor der Rumpf in das Gebäude eindrang. Rund 50 tragende Stützen wurden zerstört oder erheblich beeinträchtigt. Die Verfasser untersuchten die Stützen und modellierten Aufprall und Folgebrand. S17
Flugzeugtrümmer wurden geborgen und fotografiert, darunter Rumpfteile, Fahrwerk, Triebwerksteile und Innenausstattung. Flugdaten- und Stimmenrekorder wurden am 14. September geborgen. Das Armed Forces Institute of Pathology identifizierte die Überreste von 184 der 189 Toten, darunter die fünf Attentäter; die Überreste von fünf Opfern konnten nicht identifiziert werden. S65 Fünf Straßenlaternen entlang der Anflugbahn wurden umgerissen, eine davon durchschlug ein Taxi.
Der Einwand zu den Flugschreiberdaten. In einer Pressemitteilung vom 26. März 2007 argumentierte Pilots for 9/11 Truth, die vom National Transportation Safety Board (NTSB) freigegebenen Höhendaten zeigten das Flugzeug mindestens 300 Fuß zu hoch, um die Laternen zu treffen. Die veröffentlichten Daten endeten mindestens eine Sekunde vor dem amtlichen Aufprallzeitpunkt; bei Fortschreibung der Trends wäre das Flugzeug mindestens 100 Fuß zu hoch gewesen, um das Pentagon zu treffen. Dies ist die Auslegung der freigegebenen Daten und Animation durch die Gruppe, keine Schlussfolgerung aus Lochgröße oder Rasenzustand. S104
Die Flugwegstudie des NTSB von 2002 verbindet Radardaten mit dem geborgenen Flugdatenschreiber und rekonstruiert einen Aufprall am Pentagon um 9:37:45 Uhr bei etwa 460 Knoten. Sie erschien vor dem Einwand der Gruppe von 2007. Eine spätere Erwiderung stammt von Frank Legge, der selbst Teile der amtlichen Darstellung kritisiert: Sein überarbeiteter Aufsatz von 2015 erklärt, Warren Stutts vollständigere Dekodierung habe zuvor nicht dekodierte Schlussdaten erschlossen und einen Sinkflug, ein Abfangen und einen Aufprall nahe Bodenhöhe gezeigt. Legge verwarf deshalb die Behauptung, die Rekorderdatei schließe einen Aufprall aus. Die vorliegende Übersicht zitiert diese Auslegungen; sie hat die Rohdatei des Rekorders nicht selbstständig dekodiert. S106 S107
Der Einwand zur Anflugbahn. Das Citizen Investigation Team (CIT) stützt sich auf von ihm befragte Zeugen, die das Flugzeug nördlich der Citgo-Tankstelle verorteten. Nach seiner eigenen Erklärung hätte eine solche Bahn die dokumentierten Schäden an Laternen und Pentagon nicht verursachen können. Die Gruppe nimmt diese Aussagen zum Anlass, die amtliche Aufprallbahn abzulehnen und gestellte Schäden zu behaupten. Es geht somit um einen Widerspruch zwischen Zeugenerinnerungen und physischem Schadensbild, nicht lediglich um das Fehlen eindeutiger Überwachungsvideos. S105
Der ASCE-Bericht rekonstruiert dagegen einen schrägen Aufprall anhand der Verteilung beschädigter Stützen, des Aggregats und der äußeren Lüftungsanlage. Er beschreibt schwere Fassadenschäden über eine Breite von rund 37 Metern. Legges Aufsatz erörtert die CIT-Zeugen, argumentiert aber, ihre Erinnerungen sollten keinen Vorrang vor widersprechenden Aussagen und physischen Belegen erhalten. Dies dokumentiert eine Auseinandersetzung innerhalb der kritischen Literatur ebenso wie einen Streit mit der amtlichen Darstellung. S17 S107
Die Quellen belegen die konkurrierenden Behauptungen und ihre jeweiligen Grundlagen: aufgezeichnete Flugdaten und physische Schäden einerseits, umstrittene Lesarten freigegebener Daten und ausgewählte Zeugenaussagen andererseits. Eine einheitliche alternative Rekonstruktion belegen sie nicht.
11. Flug 93
United-Flug 93 stürzte um 10:03 Uhr bei Shanksville ab. Der Stimmenrekorder — der einzige der vier Cockpit-Stimmenrekorder, der verwertbaren Ton lieferte; die von Flug 11 und Flug 175 wurden nie gefunden, der von Flug 77 war zu stark verbrannt — hielt fest, wie Passagiere versuchten, das Cockpit zu stürmen, und wie die Entführer beschlossen, die Maschine abstürzen zu lassen, statt die Kontrolle zu verlieren. S06
Offen bleibt die Frage des Abschussbefehls. Die 9/11-Kommission kam zu dem Schluss, dass Cheney den Befehl gab, fand aber „keinen dokumentarischen Beleg” für das frühere Telefonat, in dem der Präsident ihn nach Cheneys Angabe autorisiert hatte, vermerkte, dass die neben ihm sitzenden Protokollanten kein solches Gespräch notierten, und bezeichnete die Quellen als unvollständig. Präsident Bush und Vizepräsident Cheney glaubten beide zunächst, Flug 93 sei abgeschossen worden. Die Kommission kam zu dem Schluss, Cheneys Autorisierung sei gegen 10:10 Uhr oder später erfolgt — nach dem Absturz — und sei den Piloten nie in einer Form übermittelt worden, nach der sie hätten handeln können. S06 S40 S41
Ein von 9/11Research verbreitetes Flugblatt, Was Flight 93 Shot Down?, führt gemeldete Trümmerfunde am Indian Lake und in New Baltimore mit Entfernungsangaben von drei und acht Meilen sowie Berichte über ein weiteres Flugzeug als Gründe an, die Absturzdarstellung zu bezweifeln. Dies sind die im Flugblatt berichteten Entfernungen und dessen Interpretation, keine durch diese Übersicht festgestellten Messwerte. S108
Die Darstellung der FBI-Bergungsarbeiten durch den National Park Service dokumentiert Trümmer am Indian Lake, den sie 1,5 Meilen von der Absturzstelle entfernt verortet, sowie in nahe gelegenen Gärten und Feldern. Die Flugwegstudie des NTSB beschreibt anhand von Radar und geborgenem Rekorder, wie das Flugzeug auf Steuereingaben reagierte und um 10:03:11 Uhr in Rückenlage mit etwa 40 Grad nach unten geneigter Nase aufschlug. Keine der beiden Quellen stellt die abseits gefundenen Trümmer als Befund eines Angriffs durch einen Abfangjäger dar. S109 S111
Zum zweiten Flugzeug berichtete Popular Mechanics, ein Falcon-Geschäftsjet der VF Corporation habe die Absturzstelle auf Bitte der Flugsicherung besichtigt; die Zeitschrift berief sich auf den Luftfahrtleiter des Unternehmens und eine Bestätigung durch den Copiloten. Dies ist zugeordnete Berichterstattung, keine hier unabhängig festgestellte Flugzeugidentität. S110
Die Bergung von Trümmern außerhalb des Hauptkraters ist dokumentiert. Entfernungsangaben und Abschussinterpretation des Flugblatts unterscheiden sich von den Befunden und Entfernungen der zitierten amtlichen Quellen; diese liefern keine vollständige Rekonstruktion des Weges jedes abseits gefundenen Fragments.
12. Die Warnungen
Am klarsten dokumentiert ist beim 11. September, was vorher bekannt war und nicht verfolgt wurde. Das meiste davon bestreiten die beteiligten Behörden nicht; es steht in den Berichten ihrer eigenen Generalinspekteure und in den Untersuchungen des Kongresses. Die Ausnahme sind die Behauptungen zu Able Danger, siehe unten.
Das Phoenix-Memo. Am 10. Juli 2001 meldete FBI-Sonderagent Kenneth Williams der Zentrale, Personen mit Verbindungen zu Osama bin Laden schrieben sich offenbar an US-Flugschulen ein, und empfahl ein landesweites Programm zu deren Erfassung. Es wurde vor den Anschlägen nicht weiterverfolgt, und eine Verbindung zum Fall Moussaoui wurde nicht hergestellt. S23
Zacarias Moussaoui. Am 15. August 2001 meldete eine Flugschule in Minnesota einen Schüler ohne Luftfahrterfahrung und ohne Pilotenlizenz, der rund 8000 Dollar in bar bezahlt hatte und nach eigener Aussage nur lernen wollte, mit einer Boeing 747 zu starten und zu landen. Er wurde wegen eines Verstoßes gegen das Ausländerrecht festgenommen. Die FBI-Zentrale lehnte es ab, einen Durchsuchungsbeschluss für seinen Laptop zu beantragen; das Memo der Agentin Coleen Rowley an den Direktor vom Mai 2002 legte dar, wie die Anträge der Außenstelle abgelehnt wurden, und wurde zu einem der prägenden Whistleblower-Dokumente jener Zeit. S60 S24
Das President’s Daily Brief vom 6. August 2001. Unter dem Titel „Bin Ladin Determined To Strike in US“ wurde es im April 2004 auf Druck der Kommission freigegeben. Es benannte weder den konkreten Anschlagsplan noch den Einsatz von Flugzeugen als Geschosse. Das Weiße Haus beschrieb es als weitgehend rückblickend. S22 Die letzten Absätze berichteten jedoch auch über aktuelle FBI-Erkenntnisse zu verdächtigen Aktivitäten, die mit Vorbereitungen für Entführungen oder andere Anschläge vereinbar seien, darunter die Beobachtung von Bundesgebäuden in New York. Das Dokument endete mit der Meldung über einen Anruf bei der US-Botschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten im Mai: Anhänger bin Ladens in den Vereinigten Staaten planten Anschläge mit Sprengstoff. S121
Able Danger. Oberstleutnant Anthony Shaffer und andere erklärten 2005 öffentlich, ein militärisches Datenauswertungsprogramm habe Mohamed Atta mehr als ein Jahr vor den Anschlägen als al-Qaida-Kontakt erkannt, und Juristen hätten die Weitergabe an das FBI verhindert. Eine im August 2005 begonnene Überprüfung des Pentagons hatte bis zu einer Pressekonferenz am 1. September rund 80 Personen befragt; der Generalinspekteur des Verteidigungsministeriums untersuchte den Vorgang anschließend und berichtete im September 2006, „die Belege stützten nicht die Behauptung, Able Danger habe die Terroristen des 11. September 2001 fast ein Jahr vor dem Anschlag identifiziert”; die Erinnerungen der vier Zeugen, die ein Diagramm mit Attas Namen beschrieben hatten, befand er für unzutreffend. Mehrere dieser Zeugen erklärten danach, ihre Aussagen seien im Bericht unzutreffend wiedergegeben worden. S61 S62
Bei der Anhörung des Justizausschusses des Senats am 21. September 2005 erklärte dessen Vorsitzender Arlen Specter, das Verteidigungsministerium habe fünf wichtigen Zeugen die Aussage untersagt und Unterlagen erst am Vorabend übermittelt. Das Ministerium verwies auf den Schutz geheimer Informationen; Specter erklärte, der Ausschuss werde diese schützen und könne eine nicht öffentliche Sitzung erwägen. Diese Einschränkungen begrenzten, was die Anhörung klären konnte; sie belegen für sich genommen nicht die umstrittene Behauptung, das Programm habe Atta identifiziert. S122
Zusammengenommen sind die dokumentierten Versäumnisse umfangreich, und ihre Existenz bestreiten die beteiligten Institutionen, Able Danger ausgenommen, nicht. Strittig ist, ob sie eine ungewöhnliche Häufung von Fehlern darstellen.
13. Zwei Attentäter, die die CIA nicht meldete
Berichte der Generalinspekteure dokumentieren Versäumnisse bei der Weitergabe von Informationen über zwei offen in Kalifornien lebende Männer an das FBI.
Im Januar 2000 erfuhr die CIA, dass Khalid al-Mihdhar, Teilnehmer eines al-Qaida-Treffens in Malaysia, ein US-Visum zur mehrfachen Einreise besaß. Ein zur Alec Station — der CIA-Einheit zur Verfolgung bin Ladens — abgeordneter FBI-Beamter entwarf eine Meldung an die FBI-Zentrale, wonach ein bekannter al-Qaida-Kontakt in die Vereinigten Staaten reisen könne, also in die Zuständigkeit des FBI. Die Meldung ging nicht hinaus. Ein CIA-Mitarbeiter vermerkte im System, sie sei zurückzuhalten.
Im März 2000 erfuhr die CIA, dass Nawaf al-Hazmi am 15. Januar von Bangkok nach Los Angeles geflogen war. Das FBI erfuhr davon erst im August 2001. S07

Beide Männer lebten danach unter ihren eigenen Namen in San Diego, nahmen Flugstunden, und einer stand im Telefonbuch. Beide saßen in Flug 77, der das Pentagon traf. Als das FBI Ende August 2001 endlich eine Suche nach al-Mihdhar einleitete, wurde sie einem einzigen Agenten übertragen und als gewöhnliche nachrichtendienstliche Angelegenheit behandelt.
Die Prüfung des Generalinspekteurs des Justizministeriums benannte fünf Zeitpunkte, an denen das FBI von den beiden Männern hätte erfahren oder Erkenntnisse über sie hätte gewinnen können, und fand keinen Beleg, dass irgendjemand in den Nachrichtendiensten konkrete Kenntnis des Anschlagsplans hatte. Der Bericht des CIA-Generalinspekteurs zur Verantwortlichkeit, 2005 abgeschlossen und im August 2007 in einer Zusammenfassung freigegeben, fand keine „Wunderwaffe“ und nach den Worten seiner Zusammenfassung „keinen einzelnen Fehlerpunkt“, benannte aber Versäumnisse beim Teilen und Auswerten von Daten und empfahl ein Accountability Board, ein Gremium zur Prüfung disziplinarischer Maßnahmen gegen einige Amtsträger, darunter den früheren Direktor George Tenet. Direktor Porter Goss lehnte es im Oktober 2005 ab, dieses Gremium einzusetzen; sein Nachfolger Michael Hayden erklärte bei der Freigabe der Zusammenfassung im August 2007, er habe keinen Grund gefunden, diese Entscheidung zu revidieren. S08 S95
Das empfohlene Accountability Board wurde nicht eingesetzt. Keiner der beiden Generalinspekteure konnte feststellen, warum die Meldung innerhalb der CIA zurückgestellt und nie versandt worden war. S07 Zwei Erklärungen kursieren: ein Kompetenzstreit über eine FBI-Präsenz in einer CIA-Operation, oder eine bewusste Sperre, weil die CIA versuchte, die beiden Männer anzuwerben oder über einen ausländischen Dienst zu überwachen — eine Operation, die eine Beteiligung des FBI gefährdet hätte.
Der frühere Antiterrorkoordinator des Weißen Hauses Richard Clarke brachte die Anwerbeerklärung 2011 öffentlich als eine Hypothese vor, die er nicht belegen konnte. Der frühere CIA-Direktor George Tenet und die früheren CIA-Funktionäre Cofer Black und Richard Blee bezeichneten seine Behauptung in einer gemeinsamen Stellungnahme als „leichtfertig und zutiefst falsch“ (Übersetzung). S92
Eine Erklärung von Don Canestraro, Ermittler im Verteidigungsteam des Guantánamo-Angeklagten Ammar al-Baluchi innerhalb der Military Commissions Defense Organization, ist auf den 20. Juli 2021 datiert und war spätestens im April 2023 öffentlich zugänglich. Nach der Berichterstattung von Florida Bulldog fasst sie Gespräche mit früheren FBI- und CIA-Vertretern zusammen, die die Anwerbeerklärung stützen. Die meisten Gesprächspartner werden nicht namentlich genannt. Es handelt sich um den Gesprächsbericht eines Ermittlers der Verteidigung, nicht um eine gerichtlich festgestellte Tatsache oder unmittelbare Zeugenaussagen dieser Gesprächspartner. S80
Die unterbliebene Weitergabe der Informationen ist dokumentiert; die vorgeschlagenen Erklärungen für das Zurückstellen bleiben umstritten.
14. Die saudische Frage
Die öffentlich zugänglichen Unterlagen zu einer möglichen saudischen Unterstützung enthalten veränderte Ermittlungsbewertungen, eine Entscheidung gegen eine Strafverfolgung und ein Zivilverfahren, das eine Zuständigkeitshürde überwunden hat. Diese Befunde unterscheiden sich und beruhen auf unterschiedlichen Maßstäben.
28 Seiten des Berichts der gemeinsamen Untersuchung des Kongresses von 2002, die die Unterstützung der Attentäter durch ausländische Regierungen betreffen, wurden zurückgehalten, als die Untersuchung im Dezember 2002 ihren Bericht vorlegte, und blieben bis Juli 2016 geheim. Sie schildern Kontakte zwischen den beiden Attentätern in San Diego und saudischen Staatsangehörigen, darunter Omar al-Bayoumi, der sie traf und ihnen half, eine Wohnung zu finden und zu finanzieren, sowie Fahad al-Thumairy, saudischer Konsularbeamter und Imam der König-Fahd-Moschee in Los Angeles.
Die 9/11-Kommission hielt al-Bayoumis eigene Darstellung fest, das Zusammentreffen sei zufällig gewesen, schrieb, sie wisse „nicht, ob die Begegnung beim Mittagessen zufällig oder geplant war”, und berichtete, ihre Ermittler hielten ihn für einen „unwahrscheinlichen Kandidaten für eine klandestine Verwicklung” mit Extremisten. FBI-Direktor Robert Mueller sagte im September 2002 vor der gemeinsamen Untersuchung des Kongresses, nach Kenntnis der Behörde hätten die Attentäter „keine bekannten Terrorismussympathisanten in den Vereinigten Staaten kontaktiert”. S06 S46
2017 verfasste und 2021 sowie 2022 aufgrund einer Präsidentenverfügung freigegebene FBI-Vermerke beschreiben al-Bayoumi bis September 2001 als „Co-optee”, also Teilzeitquelle, des saudischen Nachrichtendienstes. Britische Polizeibeamte stellten 2001 in seiner Wohnung und seinem Büro in Birmingham Material sicher, darunter ein Video seines Rundgangs durch das US-Kapitol und ein handgezeichnetes Diagramm, das offenbar die Flugbahn eines Flugzeugs berechnen sollte. Anwälte Saudi-Arabiens bezeichnen die Aufnahme als Touristenvideo. Telefonaufzeichnungen weisen zahlreiche Gespräche zwischen al-Bayoumi und al-Thumairy aus, der bei Befragungen durch das FBI und Mitarbeiter der 9/11-Kommission bestritt, al-Bayoumi zu kennen. S06 S18
Die 9/11-Kommission erklärte, sie habe keine Belege dafür gefunden, dass al-Thumairy die beiden Attentäter unterstützt habe. S06
Operation Encore begann 2007 als Ermittlung der New Yorker FBI-Außenstelle zur möglichen Unterstützung der beiden Attentäter in Südkalifornien. S125 ProPublica berichtete, leitende FBI-Beamte hätten das Ermittlungsteam 2016 aufgelöst und beteiligte Agenten hätten einige einschlägige Vermerke erst nach deren Freigabe 2022 gesehen. S18 Der förmliche Abschlussvermerk datiert vom 27. Mai 2021. Danach kamen FBI und Bundesstaatsanwälte gemeinsam zu dem Ergebnis, die Belege reichten nicht aus, um al-Thumairy, al-Bayoumi und Musaed al-Jarrah wegen einer wissentlichen Verschwörung zur Unterstützung der Attentäter bei den Anschlägen strafrechtlich zu verfolgen. Der Vermerk dokumentiert eine erneute Prüfung des Falls 2019–2020 und sieht die Möglichkeit vor, die Ermittlung bei neuen Erkenntnissen wieder aufzunehmen. S125
Eine gesonderte FBI-Zusammenfassung vom 23. Juli 2021 beschrieb ein von Saudi-Arabien unterstütztes militantes Netzwerk in den Vereinigten Staaten und erklärte, saudische Amtsträger und Nachrichtendienstmitarbeiter hätten darin eingebundene Organisationen unmittelbar betrieben und unterstützt. Der Verfasser leitete daraus eine Kenntnis oder Billigung der Netzwerkaktivitäten durch die saudische Regierung ab. Das Dokument verbindet dieses Netzwerk mit Unterstützungskontakten der Attentäter; es handelt sich um eine Ermittlungsbewertung, nicht um eine gerichtliche Feststellung, dass saudische Führungspersonen den konkreten Anschlagsplan kannten. S124
Die Prozesse. Der 2016 gegen ein Präsidentenveto verabschiedete Justice Against Sponsors of Terrorism Act schuf für bestimmte Terrorismusklagen eine Ausnahme von der Immunität ausländischer Staaten. Im verbundenen New Yorker Verfahren wurden 2020 Vernehmungen saudischer Amtsträger angeordnet und bis Mitte 2021 abgeschlossen; im Juli 2024 wurde über den erneuten Abweisungsantrag verhandelt. S52 In seiner am 28. August 2025 eingereichten Entscheidung sah Richter George Daniels genügend Belege für die Zuständigkeit des Gerichts, darunter eine vernünftige Schlussfolgerung, dass al-Bayoumi und al-Thumairy bei der Unterstützung der Attentäter im Rahmen ihrer saudischen Beschäftigung handelten. Für diese Zuständigkeitsprüfung hätten die Kläger wissentliche Unterstützung oder zumindest bewusste Gleichgültigkeit nachgewiesen. Die abschließende Bewertung strittiger Tatsachen und der Haftung bleibt der Verhandlung vorbehalten. S123
Dieselbe Entscheidung gibt die Position Saudi-Arabiens wieder: Kein saudischer Amtsträger habe Unterstützung für die Attentäter angeordnet; al-Bayoumi habe sie nicht wissentlich unterstützt; al-Thumairy habe sie weder unterstützt noch andere dazu angewiesen. Saudi-Arabien erklärte, die Telefonate hätten Ausbildung, religiöse oder administrative Fragen betroffen. Angesichts von Zeitpunkt und Häufigkeit der Anrufe hielt Daniels diese Erklärung nicht für ausreichend, um die Zuständigkeit zu verneinen. Zugleich verwarf er die Deutung des Kapitolvideos als Beweis einer Auskundschaftung sowie die Darstellung einer Zusammenkunft in der Wohnung als belastende Willkommensfeier durch die Kläger. S123
Saudi-Arabien bestreitet jede Beteiligung, und die Zurückweisung eines Abweisungsantrags ist die Entscheidung, dass ein Verfahren fortgeführt werden darf, keine Haftungsfeststellung. Saudi-Arabien legte im September 2025 Berufung beim Second Circuit ein, die Kläger legten Anschlussberufung ein, und die mündliche Verhandlung ist für den 7. Oktober 2026 angesetzt; die Entscheidung vom August 2025 steht damit unter Überprüfung durch die Berufungsinstanz und ist nicht rechtskräftig. S53 S54
15. Der Tag selbst: Übungen und Zeitleisten
Übungen. Am Morgen des 11. September liefen mehrere Militärübungen. Die NORAD führte Vigilant Guardian durch, eine Stabsrahmenübung an Computern ohne Flugzeuge, die nach der Darstellung der Kommission einen Bomberangriff aus der früheren Sowjetunion annahm. Am 9. September kündigte NORAD an, im Rahmen der Operation Northern Vigilance bei Bedarf Jagdflugzeuge nach Alaska und Nordkanada zu verlegen, um eine russische Übung zu beobachten. S82
Die 9/11-Kommission prüfte, ob die Übungen die Reaktion beeinträchtigten, und kam zu dem Schluss, Vigilant Guardian habe sie eher beschleunigt, weil aufgrund der geplanten Übung mehr Personal in den Sektoren und bei NORAD im Dienst war. Der aufgezeichnete Wortwechsel, in dem ein NEADS-Offizier fragt „Is this real world or exercise?“, ist echt und Quelle vieler späterer Auseinandersetzungen. Kritiker lesen das Zusammentreffen der Szenarien als Tarnung; die Kommission las es als Zufall mit geringfügig günstiger Wirkung. S06
Die falsche Zeitleiste. Im September 2001 veröffentlichte die NORAD eine Darstellung ihres Ablaufs. Der Arbeitsstab der Kommission, der die Bänder der FAA und der NORAD per Vorladung erlangt hatte, stellte fest, dass sie den Aufzeichnungen nicht entsprach. Die Aufzeichnungen belegten eine andere Abfolge der Meldungen und Reaktionen als ursprünglich dargestellt. S21 Der Arbeitsstab schlug vor, den Vorgang dem Justizministerium zur strafrechtlichen Ermittlung vorzulegen, warum falsche Angaben gemacht worden waren. Die Kommissionsmitglieder erörterten dies im Sommer 2004 in nichtöffentlicher Sitzung und verwiesen die Sache aus Zeitgründen stattdessen im Jahr 2004 an die Generalinspekteure des Verteidigungs- und des Verkehrsministeriums. Kommissionsmitglied John Lehman erklärte, er halte es für möglich, dass das Gremium belogen worden sei, die Belege trügen eine Strafanzeige aber nicht. S20 S94 S21
Das ist ein dokumentierter Fall, in dem eine Bundesbehörde über ihr eigenes Handeln an jenem Tag öffentlich eine erheblich falsche Darstellung gab.
Minetas Aussage. Verkehrsminister Norman Mineta sagte im Mai 2003 aus, bei seinem Eintreffen im Presidential Emergency Operations Center habe er gehört, wie ein junger Mann Vizepräsident Cheney wiederholt die Entfernung eines Flugzeugs meldete — fünfzig Meilen, dreißig Meilen, zehn Meilen — und fragte: „Gelten die Befehle noch?“, worauf Cheney bejahte. Mineta setzte dies vor den Einschlag ins Pentagon um 9:37 Uhr an. Der Abschlussbericht der Kommission setzt Cheneys Eintreffen im Zentrum auf etwa 9:58 Uhr an und enthält Minetas Schilderung nicht. Ob Mineta die Zeit falsch erinnerte, ob der Wortwechsel Flug 93 betraf und welche Befehle galten, ist ungeklärt. S06
Die BBC-Sendung. Gegen 16:54 Uhr New Yorker Zeit, rund 25 Minuten bevor WTC 7 fiel, meldete BBC World dessen Einsturz, während das Gebäude hinter der Reporterin sichtbar stand. Die Erklärung der BBC, im Februar 2007 von Redakteur Richard Porter veröffentlicht, lautet, man habe in chaotischer Berichterstattung eine fehlerhafte Agenturmeldung weitergegeben; Reuters berichtigte später. Die BBC erklärte zudem, sie besitze die Originalbänder ihrer Berichterstattung vom 11. September nicht mehr, „aus Gründen der Panne, nicht der Verschwörung” — eine Aussage, die die Kontroverse eher befeuerte als beendete. Auch CNN hatte über den bevorstehenden oder erfolgten Einsturz berichtet. Dass WTC 7 fallen würde, war vor Ort am Nachmittag allgemein bekannt; die Feuerwehr hatte eine Absperrzone eingerichtet. S43
„Pull it“. In der PBS-Dokumentation America Rebuilds, deren Ausstrahlung für den 10. September 2002 angekündigt war, S84 schilderte der Pächter des World Trade Center, Larry Silverstein, einen Anruf eines Feuerwehrkommandanten, der nicht sicher war, ob der Brand einzudämmen sei: „Ich sagte, wir hatten so furchtbare Verluste an Menschenleben, vielleicht ist das Klügste, ‚pull it‘. Und sie trafen diese Entscheidung zu ‚pull‘, und wir sahen das Gebäude einstürzen.“ (Übersetzung; „pull it“ und „pull“ bleiben wegen ihrer umstrittenen Bedeutung im englischen Original.) Sein Sprecher erklärte später, „pull it“ habe sich auf den Abzug der Feuerwehrleute bezogen, nicht auf eine Sprengung. Kritiker verweisen auf den zeitlichen Ablauf des Rückzugs: Nach dem NIST-Bericht wurde gegen 14:30 Uhr endgültig angeordnet, die Bemühungen zur Rettung von WTC 7 einzustellen. S03 Silversteins spätere Stellungnahme besagt, der Kommandant habe ihm mitgeteilt, es seien noch Feuerwehrleute im Gebäude gewesen, deren Rückzug später angeordnet worden sei. Eine Sprengvorbereitung ist nicht dokumentiert. S29
16. Geld, Dokumente und Beweismittel
Die Verkaufsoptionen. In den Tagen vor den Anschlägen kam es zu ungewöhnlich starkem Handel mit Verkaufsoptionen — Kontrakten, die bei fallendem Aktienkurs Gewinn abwerfen — auf die Muttergesellschaften von United Airlines am 6. September und American Airlines am 10. September. Die 9/11-Kommission untersuchte dies mit SEC und FBI und kam zu dem Schluss, die Geschäfte hätten harmlose Erklärungen. 95 Prozent des United-Verkaufsoptionsvolumens vom 6. September kaufte ein einziger in den USA registrierter Vermögensverwalter ohne denkbare Verbindung zu al-Qaida, aus einer pessimistischen Einschätzung der Luftfahrtbranche heraus, die auf kurz zuvor veröffentlichten Pünktlichkeitszahlen und der Mitteilung von American über schlechte Geschäftszahlen beruhte; derselbe Verwalter kaufte am 10. September 115 000 American-Aktien und verlor damit Geld. Ein Großteil des Anstiegs bei den American-Verkaufsoptionen am 10. September ließ sich auf einen kalifornischen Börsenbrief zurückführen, der am Sonntag, dem 9. September, per Fax und E-Mail an Abonnenten ging: Von 28 Käufern, die die SEC befragte, nannten 26 ihn als Grund. S25 S26
Wissenschaftliche Analysen kamen zu anderen statistischen Einschätzungen. Poteshman (2006) fand ungewöhnliche Käufe von Verkaufsoptionen, die mit Vorwissen über die Anschläge vereinbar seien. Chesney, Crameri und Mancini (2015, mit gesondertem Anhang) stuften ebenfalls einige Geschäfte vor den Anschlägen nach ihrer Methode als auffällig ein. Diese statistischen Ergebnisse identifizieren für sich genommen weder die Händler noch belegen sie deren Wissen; die letztgenannte Arbeit weist ausdrücklich darauf hin, dass die Händleridentitäten nicht verfügbar waren. S151 S152
Eine öffentlich verbreitete Kopie eines Schreibens vom 23. Dezember 2009 hält folgende Mitteilung der US-Wertpapieraufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) an einen Antragsteller fest: „Uns wurde mitgeteilt, dass die möglicherweise einschlägigen Unterlagen vernichtet worden seien“ (Übersetzung). Der Antrag betraf Fußnote 130 in Kapitel 5 des Berichts der 9/11-Kommission. Die verfügbare Seite nennt weder ein Verzeichnis noch Zeitpunkt oder Grund der Vernichtung; Unterschrift und Schluss sind nicht sichtbar, und die vollständige unterzeichnete Antwort wurde nicht verifiziert. S143
Im April 2010 erlaubte die SEC in einem gesonderten Informationszugangsverfahren die Herausgabe ihres Memorandums zur Handelsuntersuchung vom 15. Mai 2002 an das National Security Archive, mit Schwärzungen. Dieses Memorandum wird ausdrücklich in derselben Fußnote der Kommission zitiert und ist weiterhin öffentlich zugänglich. S146 S147 Das Schreiben von 2009 belegt daher nicht, dass die gesamte Beweisgrundlage der Kommission vernichtet wurde. Welche möglicherweise einschlägigen Unterlagen vernichtet wurden und ob die vollständigen zugrundeliegenden Transaktionsdaten erhalten sind, bleibt hier ungeklärt.
Der Reisepass. Die Behauptung, der Pass eines Attentäters sei in den Trümmern gefunden worden, während sonst nichts überdauert habe, ist in ihrer Prämisse unzutreffend, und die zutreffende Fassung ist interessanter.
Der Pass von Satam al-Suqami wurde auf der Straße nahe dem World Trade Center von einem Passanten aufgehoben, der ihn einem Polizeibeamten übergab, während noch Trümmer vom Südturm fielen — vor dem Einsturz beider Türme; der Passant entfernte sich, bevor er identifiziert werden konnte. In den Trümmern wurde der Pass nicht gefunden. Riesige Papiermengen überdauerten; Fotos von Lower Manhattan an jenem Morgen zeigen mit Büroakten bedeckte Straßen, und Zehntausende persönliche Gegenstände wurden schließlich aus dem Schutt geborgen. Vom Aufprall herausgeschleudertes Papier verteilt sich, statt zu verbrennen. S39
Wirklich ungeklärt bleibt das handwerkliche Vorgehen. Mohamed Atta flog am Morgen des Anschlags von Portland in Maine nach Boston, um dort auf Flug 11 umzusteigen — ein unnötiges Risiko, das beinahe schiefging und für sein aufgegebenes Gepäck tatsächlich schiefging, das den Anschluss nicht erreichte. Die Taschen enthielten Unterlagen zu Flugsimulatoren, ein Testament und Material, das seine Mitstreiter identifizierte. Die 9/11-Kommission hielt den Umweg über Portland fest und erklärte ihn nicht. Warum ein Mann, der sich selbst töten will, Gepäck mit seiner eigenen Dokumentation aufgibt, beantwortet die amtliche Darstellung nicht.
Dazu passt ein weiterer Vorgang: Binnen weniger Tage nannte das FBI die 19 Attentäter, und mehrere Männer mit ähnlichen Namen meldeten sich in Saudi-Arabien und Marokko lebend, was zu Presseberichten führte, auch der BBC, Attentäter hätten überlebt. Es handelte sich um Namensverwechslungen — arabische Namenskonventionen erzeugen viele fast gleiche Namen —, und das FBI hat seine Identifizierungen aufrechterhalten. Der Vorgang wird häufig so zitiert, als seien die Identifizierungen zurückgenommen worden, was nicht zutrifft.
Umgang mit Beweismitteln. Von den rund 200 000 US-Tonnen Baustahl, die beim Bau der beiden Türme verwendet wurden, bewahrte das NIST 236 Stücke für die Untersuchung auf — nach eigener Schätzung zwischen einem Viertel und einem halben Prozent. Ein Großteil des Rests wurde binnen Monaten als Schrott verkauft und ins Ausland verschifft. S28
Die schärfste Kritik daran kam nicht von einer Verschwörungsorganisation, sondern aus der Fachpresse der Feuerwehr. Im Januar 2002 schrieb Fire-Engineering-Herausgeber Bill Manning, Baustahl „wurde und wird weiterhin zerschnitten und als Schrott verkauft”, nannte die Untersuchung von FEMA und ASCE eine „halbgare Farce” und wies darauf hin, dass die nationale Norm für Brandursachenermittlung, NFPA 921, keine Ausnahme für die Vernichtung von Beweismitteln in Gebäuden über zehn Geschossen kennt. Der FEMA-Bericht selbst hält fest, dass seine freiwilligen Ingenieure — das Gelände galt als Tatort, und in den ersten Tagen gab es kein Ausweissystem — bis zu drei Stunden brauchten, um vom äußeren Absperrring zur Einsatzzentrale zu gelangen, eine Strecke von weniger als sechs Häuserblocks. S55 S27
Was in WTC 7 untergebracht war. In dem Gebäude saß die New Yorker Außenstelle der Börsenaufsicht SEC, die Vernehmungsprotokolle, Handelsunterlagen und weitere Akten zu mehreren hundert laufenden Verfahren verlor, darunter eine Untersuchung dazu, wie Investmentbanken während des Technologiebooms Börsengänge zuteilten. Dort befanden sich außerdem eine Außenstelle des Secret Service, eine verdeckte CIA-Station für Operationen gegen ausländische Diplomaten bei den Vereinten Nationen und im 23. Stock die Einsatzzentrale des städtischen Katastrophenschutzamts. S35 S36
Der Verlust von Büroakten belegt für sich genommen nicht, dass die zugehörigen Ermittlungen endeten. Als ihr New Yorker Büro am 15. Oktober 2001 in Manhattan wieder öffnete, erklärte die SEC, ihre Beschäftigten hätten ihre Aufgaben fortgeführt und zugleich Unterlagen rekonstruiert, damit durch die Unterbrechung kein Verfahren und keine Ermittlung verloren gehe. Das ist eine damalige Zusicherung der Behörde, keine fallweise Darstellung der späteren Ergebnisse. Sie betrifft die Zerstörung des Büros am 11. September, getrennt von der späteren Aktenvernichtung, um die es in der oben behandelten FOIA-Antwort geht. S127
Versicherung und Pachtvertrag. Larry Silversteins Gruppe übernahm im Juli 2001, sechs Wochen vor den Anschlägen, einen 99-Jahres-Pachtvertrag über das World Trade Center, mit einer Versicherungsdeckung von rund 3,55 Milliarden US-Dollar je Schadensfall. S89 Er machte danach geltend, zwei Flugzeuge, die zwei Gebäude zerstörten, seien zwei Versicherungsfälle, und forderte rund 7,1 Milliarden; die Versicherer beharrten auf der Obergrenze von 3,55 Milliarden für einen einzigen Schadensfall. Die Prozesse liefen Jahre; die schließliche Auszahlung betrug rund 4,55 Milliarden US-Dollar. S98 S34
Meist weggelassen wird der Zusammenhang: Die Privatisierung lief seit 2000, ein konkurrierender Bieter hatte zunächst den Zuschlag erhalten und war zurückgetreten, und auf dem Gelände lasteten erhebliche Asbestverbindlichkeiten. Der zeitliche Zusammenhang ist eine Tatsache; was daraus folgt, ist durch nichts in den Akten belegt.
Die saudischen Ausreisen. Neun Charterflüge brachten zwischen dem 14. und dem 24. September 160 Personen aus den Vereinigten Staaten, überwiegend saudische Staatsangehörige, darunter Verwandte Osama bin Ladens, und ein Flug der saudischen Regierung startete am 14. September in Newark. Sie starteten nach der Wiederöffnung des Luftraums — nicht während der Sperrung, wie die Behauptung meist lautet. Von den 26 Personen auf dem Flug der Familie bin Laden wurden 22 vom FBI befragt; die Kommission hält fest, dass „die meisten Passagiere nicht befragt wurden”. Die 9/11-Kommission hielt die Ausreise für ordnungsgemäß abgewickelt. Kritiker verweisen darauf, dass nach der Darstellung der Kommission die meisten Passagiere nie befragt wurden. S06 S30
Die fünf Männer in New Jersey. Fünf israelische Staatsangehörige, angestellt bei einer Umzugsfirma namens Urban Moving Systems, wurden am 11. September festgenommen, nachdem eine Zeugin gemeldet hatte, sie hätten mit Blick auf die brennenden Türme offenbar gefeiert. Sie blieben rund zehn Wochen in Haft und wurden im November wegen Verstößen gegen das Ausländerrecht abgeschoben. Nach dem Informationsfreiheitsgesetz freigegebene FBI-Unterlagen dokumentieren die Ermittlung und stellen keine Vorabkenntnis der Anschläge fest. Einige frühere Amtsträger haben den Vorgang als israelische nachrichtendienstliche Beobachtung mit der Firma als Tarnung beschrieben; diese Einordnung findet sich in der Presseberichterstattung, nicht in einer amtlichen Feststellung. Die Episode wird in beide Richtungen angeführt und ist wiederholt für Behauptungen herangezogen worden, die in den Dokumenten selbst nicht stehen. S44
17. Was die Verfasser der amtlichen Darstellung selbst über sie sagten
Die zehn Mitglieder der Kommission, fünf Republikaner und fünf Demokraten, verabschiedeten den Bericht ohne Gegenstimme. Im Vorwort erklärte die Kommission, sie habe eine unabhängige, unparteiische, gründliche und überparteiliche Untersuchung angestrebt. Das ist ihre eigene Darstellung der Arbeit; Kritik an Zugangsbeschränkungen und Verfahren kam auch aus der Kommission selbst. S06
Ihr geschäftsführender Direktor Philip Zelikow hatte im Übergangsteam des Nationalen Sicherheitsrats der Regierung Bush gearbeitet und ein Buch mit Condoleezza Rice verfasst, die Nationale Sicherheitsberaterin und Gegenstand der Untersuchung war. Das von Angehörigen der Opfer gebildete Family Steering Committee forderte seinen Rücktritt. Er trat nicht zurück und leitete die Abfassung des Berichts, war aber vom Untersuchungsteil zum Übergang im Nationalen Sicherheitsrat und von Befragungen hochrangiger Mitarbeiter Bushs ausgeschlossen. S85
In ihrem Rückblick Without Precedent von 2006 beschrieben Thomas Kean und Lee Hamilton die Einschränkungen, unter denen die Kommission arbeitete. Eine Rezension in Kirkus Reviews zitiert sie mit den Worten „Wir waren zum Scheitern angelegt“ (Übersetzung) und fasst ihre Bedenken zum weit gefassten Auftrag, zur kurzen Frist und zum begrenzten Budget zusammen. S100
Bei den Belegen war die Einschränkung gravierend. Ein Großteil der Darstellung der Anschlagsplanung in den Kapiteln 5 und 7 beruht auf CIA-Zusammenfassungen von Vernehmungen Inhaftierter, darunter Khalid Scheich Mohammed, Ramzi bin al-Shibh und Abu Zubaydah. Die Kommission durfte weder die Inhaftierten noch die Vernehmer befragen und konnte weder das Auftreten beurteilen noch nachfragen. Sie schrieb das in den Bericht. S06 Videoaufzeichnungen der Vernehmungen von Abu Zubaydah und Abd al-Rahim al-Nashiri wurden 2005 vernichtet. S96 Kean und Hamilton schrieben im Januar 2008, die CIA habe die Kommission nicht über die Bänder informiert. S90
Der Geheimdienstausschuss des Senats dokumentierte mindestens 183 Anwendungen des Waterboardings bei Khalid Scheich Mohammed im März 2003; gezählt werden Anwendungen, nicht einzelne Vernehmungssitzungen. Seine Untersuchung des CIA-Haftprogramms von 2014 stellte fest, dass Inhaftierte, die den Verhörmethoden ausgesetzt waren, in mehreren dokumentierten Fällen erfundene Angaben lieferten. Die CIA widersprach der Bewertung der Wirksamkeit des Programms durch den Ausschuss. S96 In einem von Truthout beschriebenen Schriftsatz erklärte die Regierung, sie habe in jenem Verfahren weder eine unmittelbare Rolle Abu Zubaydahs bei den Anschlägen noch seine Vorabkenntnis davon behauptet. Dem Bericht zufolge machte die Regierung auch eine Mitgliedschaft in al-Qaida nicht mehr geltend. Diese Aussagen betreffen die Position der Regierung im Verfahren, nicht eine gerichtliche Feststellung über seine Rolle. S86
Die Kommission erläuterte, warum sie die Vernehmungsberichte dennoch verwendete: Sie habe die Aussagen sorgfältig bewertet, versucht, sie durch Dokumente und andere Aussagen zu bestätigen, und gekennzeichnet, wo sie ihre Darstellung darauf stützte. Zugleich legte sie offen, dass ihr der unmittelbare Zugang zu Inhaftierten und Vernehmern fehlte. S06 Diese Schritte beseitigen die durch Zwang entstandenen Zweifel an der Zuverlässigkeit nicht; die Zugangsbeschränkungen erschweren zudem eine unabhängige Prüfung. Sie bedeuten aber auch, dass die Darstellung nicht als ausschließlich auf unbestätigten Aussagen Inhaftierter beruhend behandelt werden sollte. Dieser Beitrag hat die Darstellung nach Ausschluss solcher Aussagen nicht Aussage für Aussage rekonstruiert.
18. Fragen, die offen bleiben
Die folgenden Fragen unterscheiden ungeklärte Sachverhalte von Erklärungen, die vorliegen, aber umstritten bleiben. Weder Ermittlungsfehler noch Einwände gegen einzelne Befunde belegen für sich genommen einen anderen Ablauf der Anschläge. Die Kommission schrieb den Anschlagsplan al-Qaida zu. Auch der FBI-Abschlussvermerk von 2021 hält fest, dass die Ermittlung die 19 Attentäter identifizierte und mit al-Qaida verband und dass bin Laden und Khalid Scheich Mohammed entscheidende Rollen im Anschlagsplan spielten. S06 S125
Zu den Einstürzen erklärte das NIST, es habe keine bestätigenden Belege für eine kontrollierte Sprengung der Türme und keine Belege für ein Explosionsereignis innerhalb von Gebäude 7 gefunden. Das sind die erklärten Befunde seiner Untersuchungen, deren Mechanismen, Grenzen und kritische Einwände oben behandelt werden. Damit wird nicht behauptet, dieser Beitrag habe jede alternative Erklärung unabhängig geprüft. S02 S01
Warum wurde die Meldung an das FBI, dass Khalid al-Mihdhar ein US-Visum besaß, innerhalb der CIA zurückgestellt und nie versandt, und warum wurde das vorgeschlagene Accountability Board nicht eingerichtet? Die unterlassene Weitergabe ist dokumentiert; die Generalinspekteure konnten ihren Grund nicht feststellen. Die beiden konkurrierenden Erklärungen — Kompetenzstreit oder Anwerbeoperation — haben unterschiedliche Folgen, und keine wurde durch die hier zitierten Untersuchungen nachgewiesen.
Warum gab die NORAD eine falsche Darstellung ihres Ablaufs, und warum wurde die Anzeige fallengelassen? Die Unrichtigkeit ist durch die Bänder belegt. Die Absicht nicht.
Was würde eine unabhängige Prüfung des NIST-Modells zu WTC 7 ergeben? 68 500 Dateien bleiben aufgrund einer 2011 gerichtlich bestätigten Sicherheitsfeststellung zurückgehalten. Im in Abschnitt 5 dargestellten Verfahren wurde die Abweisung mangels Klagebefugnis in der Berufung bestätigt; über die fachliche Richtigkeit des Modells wurde dabei nicht entschieden.
Warum fiel die Nordfassade von WTC 7 2,25 Sekunden lang mit Erdbeschleunigung? Die Erklärung des NIST existiert und wird von Ingenieuren bestritten, die ihre Einwände veröffentlicht haben. Abschnitt 5 stellt den Mechanismus und die veröffentlichten fachlichen Einwände dar.
Was waren die rot-grauen Partikel? Eine Studie beschreibt technisch hergestelltes thermitisches Material; ein Replikationsversuch fand eine Epoxidharz-Pigment-Beschichtung und wies in den untersuchten Partikeln keine Teilchen aus elementarem Aluminium nach, identifizierte aber das Produkt nicht. Der Austausch endete ohne Klärung.
Gab es geschmolzenen Stahl in den Trümmern, und wodurch entstand er? Es ist keine Probe der berichteten Schmelzflüsse bekannt, die entnommen und analysiert wurde. Ohne eine solche Probe lässt sich ihre Zusammensetzung nicht unmittelbar prüfen.
Was wussten saudische Amtsträger? Auf die berichtete Auflösung des Encore-Teams 2016 folgte im Mai 2021 ein förmlicher FBI-Abschlussvermerk, der die Belege für eine Strafverfolgung als unzureichend bewertete. Eine Zusammenfassung vom Juli 2021 bewertete saudische Unterstützung für ein breiteres Netzwerk; Agenten berichteten, einige einschlägige Vermerke erstmals 2022 gesehen zu haben. Im August 2025 sah das Zivilgericht genügend Belege für seine Zuständigkeit; diese Entscheidung wird in der Berufung überprüft. Das Ausmaß wissentlicher Unterstützung bleibt in diesen Unterlagen strittig; keine davon ist ein abschließendes Urteil über die zivilrechtliche Haftung. S125 S124 S123 S18 S54
Warum flog Mohamed Atta von Portland, und warum gab er Gepäck auf? Von der Kommission gefragt. Nicht beantwortet.
Welche Unterlagen meinte die SEC in ihrer Antwort von 2009, und wie verhält sich diese Aussage zu dem 2010 herausgegebenen Memorandum? Das Memorandum ist erhalten; der Umfang der berichteten Vernichtung und die Vollständigkeit der zugrundeliegenden Transaktionsdaten bleiben hier ungeklärt. S143 S146 S147
Wie viel der amtlichen Darstellung des Anschlagsplans bliebe ohne die durch Folter erlangten Aussagen bestehen? Dieser Beitrag hat nicht ermittelt, welche Darstellung nach Ausschluss dieser Aussagen verbleiben würde; der Zugang zu den zugrundeliegenden Vernehmungsunterlagen bleibt begrenzt.
Die Zerstörung von Material, Zugangsbeschränkungen und widersprüchliche Deutungen begrenzen die weitere Prüfung. Diese Grenzen sollten neben den vorhandenen Belegen und bereits erreichten Befunden benannt werden. Ungewissheit über einen einzelnen Kontakt, eine Akte oder einen Mechanismus widerlegt für sich genommen weder die Belege für die Verbindung der Anschläge zu al-Qaida noch weist sie eine andere Ursache der Einstürze nach. Dieser Beitrag dokumentiert die verbleibenden Streitfragen, ohne jeden strittigen Punkt als unbeantwortet oder die gesamte Darstellung als ungeprüft zu behandeln.
Quellen und genaue Fundstellen
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- S40 · www.history.com — The 9/11 White House shootdown order. Die Abschussautorisierung, ihr Zeitpunkt und die Annahme, Flug 93 sei abgeschossen worden
- S41 · nsarchive.gwu.edu — Conflicting evidence on the shootdown order. National Security Archive, Veröffentlichung zum Abschussbefehl: die Darstellung der Kommission zu Autorisierung und Zeitpunkt, mit Kommentar des Archivs
- S42 · www.ae911truth.org — District court dismissal of the Data Quality Act suit. Abweisung der Klage nach dem Data Quality Act mangels Klagebefugnis, dargestellt von den Klägern
- S43 · www.poynter.org — A BBC reporting error is not proof the network was part of an ‘inside job’. Die verfrühte BBC-Meldung zum Einsturz von WTC 7, Richard Porters Erklärung und die Berichtigung von Reuters
- S44 · forward.com — Spy Rumors Fly on Gusts of Truth. Die Festnahmen bei Urban Moving Systems, die FBI-Ermittlung und ihre dokumentierten Ergebnisse
- S45 · aneta.org — Progress Report on the Analysis of Red/Gray Chips in WTC Dust (29 February 2012). Spiegel des Fortschrittsberichts vom 29. Februar 2012; gleiche Schlussfolgerungen wie die Revision vom 1. März 2012 (911facts.dk-PDF). Keine nachgewiesenen Teilchen elementaren Aluminiums; nicht identifizierte Epoxid-/Eisenoxid-/Kaolinbeschichtung.
- S46 · irp.fas.org — Statement of Robert S. Mueller III to the Joint Inquiry, 26 September 2002. Erklärung von FBI-Direktor Robert S. Mueller III vor der gemeinsamen Untersuchung des Kongresses, 26. September 2002: „As far as we know, they contacted no known terrorist sympathizers in the United States”
- S47 · ascelibrary.org — Le and Bažant, Closure to ‘What Did and Did Not Cause Collapse of World Trade Center Twin Towers in New York?’ (2010), 136(7) 934-935. Jia-Liang Le und Zdeněk P. Bažant, Schlusserwiderung zu „What Did and Did Not Cause Collapse of World Trade Center Twin Towers in New York?“, Journal of Engineering Mechanics 136(7), 934–935, 2010 — die Antwort der Autoren
- S48 · nvlpubs.nist.gov — NCSTAR 1-1, section 5.1.4. NIST NCSTAR 1-1, Abschnitt 5.1.4: das dreiseitige Dokument der Hafenbehörde zu einer Boeing 707 mit 600 mph, untersucht im Februar/März 1964; die gesonderte Schwingungsberechnung vom März 1964 für einen Aufprall im 80. Stockwerk ohne vermerktes Ergebnis
- S49 · media.cadc.uscourts.gov — Judgment, No. 22-5267, AE911Truth v. Raimondo, 3 October 2023. US-Berufungsgericht für den D.C. Circuit, Nr. 22-5267, Urteil vom 3. Oktober 2023: Bestätigung der Abweisung mangels Klagebefugnis
- S50 · www.supremecourt.gov — Docket 23-981, AE911Truth v. Raimondo. Supreme Court, Verfahrensregister 23-981, Architects & Engineers for 9/11 Truth v. Raimondo: erneute Anhörung abgelehnt am 6. Dezember 2023; Annahme abgelehnt am 29. April 2024
- S51 · files.wtc7report.org — Request for Correction to NIST, 15 April 2020. Berichtigungsantrag an das NIST vom 15. April 2020, eingereicht von 10 Angehörigen, 88 Architekten und Tragwerksingenieuren und AE911Truth (von den Antragstellern bereitgestellt)
- S52 · www.motleyrice.com — September 11 litigation timeline. Verfahrenschronik der Klägerkanzlei: Vernehmungen saudischer Amtsträger angeordnet am 27. August 2020, Frist 30. Juni 2021; Verhandlung über den erneuten Abweisungsantrag am 31. Juli 2024 — Darstellung einer Partei
- S53 · andersonkill.com — 9/11 litigation timeline. Verfahrenschronik der Klägerkanzlei: saudische Berufung vom 9. September 2025, Anschlussberufung der Kläger vom 22. September 2025, Verhandlung vor dem Second Circuit angesetzt für den 7. Oktober 2026 — Darstellung einer Partei
- S54 · www.floridabulldog.org — Troubling questions: U.S. response to 9/11, Saudi Arabia seeks escape from multi-billion-dollar lawsuit (8 Sep 2026). Florida Bulldog, 8. September 2026: mündliche Verhandlung vor dem Second Circuit am 7. Oktober
- S55 · www.fema.gov — FEMA 403, World Trade Center Building Performance Study, chapter 1. FEMA 403, World Trade Center Building Performance Study, Kapitel 1: Kontrollpunkte an einem Tatort; „bis zu 3 Stunden” für freiwillige SEAoNY-Ingenieure vom äußeren Absperrring zur Einsatzzentrale, „eine Strecke von weniger als sechs Häuserblocks”
- S56 · www.cross-safety.org — Failure data sheet SC/08/024: The fire at the Torre Windsor office building, Madrid 2005. SCOSS-Schadensdatenblatt SC/08/024 zum Brand des Torre Windsor, Madrid 2005: 30 Stockwerke, Betonkern und Betonrippendecken, ungeschützte Stahlaußenstützen oberhalb von Ebene 17, rund 19 Stunden Brand, Einsturz der Bereiche oberhalb des Abfanggeschosses in Ebene 17
- S57 · www.journalof911studies.com — MacQueen and Szamboti, ‘The Missing Jolt’ (vol. 24, January 2009; revised 22 April 2009). Graeme MacQueen und Tony Szamboti, „The Missing Jolt: A Simple Refutation of the NIST-Bazant Collapse Hypothesis”, Journal of 9/11 Studies 24, Januar 2009 (revidiert 22. April 2009); beruft sich auf Frank Legges Messung von 2006, zitiert Chandler nicht
- S58 · www.journalof911studies.com — Chandler, ‘Destruction of the World Trade Center North Tower and Fundamental Physics’ (February 2010). David Chandler, „Destruction of the World Trade Center North Tower and Fundamental Physics”, Journal of 9/11 Studies, Februar 2010: Abwärtsbeschleunigung des oberen Abschnitts 6,31 m/s²; bezeichnet die Arbeit von MacQueen und Szamboti als „parallele Beobachtung”
- S59 · agupubs.onlinelibrary.wiley.com — Kim, Sykes, Armitage et al., ‘Seismic Waves Generated by Aircraft Impacts and Building Collapses at World Trade Center’ (82(47), 20 Nov 2001). Kim, Sykes, Armitage u. a., „Seismic Waves Generated by Aircraft Impacts and Building Collapses at World Trade Center, New York City”, Eos 82(47), 20. November 2001: Schäden auf herabfallende Trümmer und Luftdruck zurückgeführt; die Lkw-Bombe von 1993 „wurde seismisch nicht erfasst, nicht einmal an einer nur 16 km entfernten Station”
- S60 · oig.justice.gov — Review of the FBI’s Handling of Intelligence Information Related to 9/11, ch. 4. Prüfung des Generalinspekteurs des Justizministeriums, Kapitel 4: die von der Flugschule am 15. August 2001 genannten Verdachtsgründe zu Moussaoui — nur Starten und Landen, keine Luftfahrterfahrung und keine Lizenz, 8000 bis 9000 Dollar in bar
- S61 · irp.fas.org — Background briefing on Able Danger, 1 September 2005. Hintergrundbriefing des Verteidigungsministeriums zu Able Danger, 1. September 2005: „Bislang haben wir Gespräche mit 80 Personen geführt”
- S62 · irp.fas.org — Report of investigation: Able Danger and LTC Anthony Shaffer, 18 September 2006. Generalinspekteur des Verteidigungsministeriums, Untersuchungsbericht zu Able Danger und Oberstleutnant Shaffer, 18. September 2006 (gescannt): „die Belege stützten nicht die Behauptung, Able Danger habe die Terroristen des 11. September 2001 identifiziert”; vier Zeugen zum Atta-Diagramm befragt
- S63 · archive.seattletimes.com — Eric Nalder, ‘Twin Towers Engineered To Withstand Jet Collision’, 27 February 1993. Eric Nalder, „Twin Towers Engineered To Withstand Jet Collision”, The Seattle Times, 27. Februar 1993: Skilling zur 707-Analyse, zum Treibstoff und zu „einem entsetzlichen Brand”
- S65 · www.washingtonpost.com — Steve Vogel, ‘Remains Unidentified For 5 Pentagon Victims’, 21 November 2001. Steve Vogel, „Remains Unidentified For 5 Pentagon Victims”, The Washington Post, 21. November 2001: Überreste von 184 Personen identifiziert, darunter die fünf Attentäter; fünf Opfer konnten nicht identifiziert werden
- S66 · archive.seattletimes.com — Structural Engineer Skilling Dies – His Work, Vision Shaped Much Of Seattle’s Skyline. Nachruf vom 6. März 1998: Skilling starb am Vortag.
- S67 · www.fema.gov — FEMA 403, Chapter 5: WTC 7. Vorläufige Hypothese von 2002 und Empfehlung weiterer Forschung.
- S68 · 911-engineers.blogspot.com — Reflections on the World Trade Center (2002). Robertsons Darstellung: langsam fliegende Boeing 707 im Nebel auf der Suche nach einem Landeplatz; keine Auslegung für den daraus entstehenden Brand.
- S69 · doi.org — Why Did the World Trade Center Collapse?—Simple Analysis. Vereinfachtes Widerstands-/Energieargument; Journal of Engineering Mechanics 128(1), Januar 2002, S. 2–6.
- S70 · doi.org — Mechanics of Progressive Collapse: Learning from World Trade Center and Building Demolitions. Zweiphasenmodell crush-down/crush-up; Journal of Engineering Mechanics 133(3), März 2007, S. 308–319.
- S71 · doi.org — What Did and Did Not Cause Collapse of World Trade Center Twin Towers in New York?. Nur Publikationsnachweis: Journal of Engineering Mechanics 134(10), Oktober 2008, S. 892–906.
- S72 · doi.org — Analysis of Structural Response of WTC 7 to Fire and Sequential Failures Leading to Collapse. Tragwerksanalyse zu WTC 7 von NIST-Forschern, erschienen im Journal of Structural Engineering 138(1), Januar 2012, S. 109–117.
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- S74 · www.popularmechanics.com — Special Report: Debunking the 9/11 Conspiracy Theories of the World Trade Center. Recherche von Popular Mechanics und Interviews mit Fachleuten; Tragfähigkeitsverlust ohne Schmelzen und Erklärung austretender Luft/Trümmer.
- S75 · www.ae911truth.org — The Architects and Engineers Who Propelled Us to the Milestone of 3,000 Signatories. Eigene Mitteilung der Organisation: mehr als 3000 unterzeichnende Architekten/Ingenieure im Mai 2018.
- S76 · www.ae911truth.org — AE911Truth celebrates the milestone — and verification — of 3,500 architects and engineers. Eigene Darstellung der Organisation: 3500 geprüfte Unterzeichner im September 2021 und eigene Prüfkriterien.
- S77 · www.ae911truth.org — The Official Theory — WTC 7. Erwiderung der Kritiker: Szenarien mit RDX und herkömmlichem Thermit prüfen ihre Hypothese zu Nano-Thermit/anderen energetischen Stoffen nicht.
- S80 · www.floridabulldog.org — Ex-FBI agents accuse top CIA, FBI officials of 9/11 coverup. Reportage über die auf den 20. Juli 2021 datierte Verteidiger-Erklärung Canestraros, spätestens im April 2023 öffentlich; Einleitung und „Fuel for the Recruitment Theory“.
- S82 · www.norad.mil — NORAD Maintains Northern Vigilance. NORAD-Mitteilung vom 9. September 2001: Einsatzplanung „as necessary“; keine Bestätigung eines tatsächlich erfolgten Einsatzes. Lesbarer Text, Originalabruf blockiert.
- S84 · variety.com — PBS skeds Rebuilds for Sept. 10 slot. Einleitung: America Rebuilds war für den 10. September 2002 vorgesehen; Beleg für den Sendeplan.
- S85 · historynewsnetwork.org — Philip Zelikow: A critic assesses his role in steering the 9-11 Commission. Sekundäre Buchbesprechung; Absatz „The upshot was that Zelikow was recused“ zur Enthaltung in Fragen des NSC-Übergangs und bei Interviews mit leitenden Bush-Mitarbeitern.
- S86 · truthout.org — Government Recants Major Terror Claims Against High-Value Detainee Abu Zubaydah. Reportage über einen Prozessstandpunkt der Regierung, keine gerichtliche Feststellung; Abschnitt „Retreat’s Impact“, Zitat „the Government has not contended in this [habeas] proceeding“.
- S89 · law.justia.com — One World Trade Center LLC v Cantor Fitzgerald Securities, 2004 NY Slip Op 24444. Urteilsanfang, 6 Misc 3d 383: Vertrag vom 16. Juli 2001, nach Darstellung des Klägers wirksam ab 24. Juli; lesbarer Urteilstext bei Justia.
- S90 · billstclair.com — Stonewalled by the C.I.A.. Kean und Hamilton, „Stonewalled by the C.I.A.“, 2. Januar 2008; identifizierte Spiegelkopie des NYT-Beitrags über nicht offengelegte Verhörvideos.
- S92 · www.salon.com — Insiders voice doubts about CIA’s 9/11 story. Absätze zur ausdrücklich spekulativen Erklärung Clarkes und zur gemeinsamen Zurückweisung durch Tenet, Black und Blee.
- S93 · i.a.cnn.net — Verbatim Transcript of Combatant Status Review Tribunal Hearing for ISN 10024. DoD-Protokoll; PDF S. 1: 10. März 2007; S. 17–18: Erklärung zur Planung und Verantwortung für den 11. September. Spiegelkopie bei CNN; S. 18 visuell geprüft.
- S94 · www.washingtonpost.com — 9/11 Panel Suspected Deception by Pentagon. Washington Post, 2. August 2006: Debatte über mögliche strafrechtliche Ermittlungen und Lehmans Vorbehalt; kein Datum 29. Juli im gelesenen Text.
- S95 · www.nbcnews.com — No disciplinary review for 9/11 failures of Tenet. Einleitung und Empfehlung eines Accountability Board; Tenet namentlich genannt.
- S96 · www.govinfo.gov — Committee Study of the Central Intelligence Agency’s Detention and Interrogation Program. US-Senatsbericht, PDF S. 8: Vernichtung der Videos 2005; S. 12: erfundene Angaben; S. 147/Fußnote 698 und S. 297: mindestens 183 Anwendungen des Waterboardings im März 2003; S. 327: abweichende CIA-Bewertung.
- S98 · www.snopes.com — Did a WTC Leaseholder Buy Terrorism Insurance Just Before 9/11?. Absatz zur Auszahlung von 4,55 Milliarden US-Dollar; nicht als Beleg für den Pachttermin oder das Auszahlungsjahr verwendet.
- S100 · www.kirkusreviews.com — Without Precedent: The Inside Story of the 9/11 Commission — review. Zeitgenössische Kirkus-Besprechung von Without Precedent; die Einwände von Kean und Hamilton werden ausdrücklich nach dieser sekundären Buchbesprechung wiedergegeben.
- S101 · www1.ae911truth.org — WTC Dust Signature — Expert Report, May 2004. Laborbericht: kugelförmige Eisen- und hitzeveränderte Silikatpartikel als WTC-Staubmerkmale; Zuordnung der Hitzeeinwirkung zu Bränden nach dem WTC-Ereignis.
- S102 · pubs.usgs.gov — Particle Atlas of World Trade Center Dust, USGS Open-File Report 2005–1165. Atlas der Staubbestandteile; Metalle/Metalloxide in Spuren bis geringen Mengen; Tabelle 1 bezeichnet Iron-03 und Iron-04 als Kugeln.
- S103 · www.ae911truth.org — The Plasco Building Collapse in Tehran: A Preliminary Assessment, 20 February 2017. Vorläufige Einschätzung der Interessenorganisation: Ermittler sollten eine kontrollierte Sprengung mit Spreng- und Brandmitteln als wahrscheinlichste Hypothese berücksichtigen.
- S104 · ic911.org — Official Account of 9/11 Flight Contradicted by Government’s Own Data — press release, 26 March 2007. Eigene Aussagen der Gruppe zu freigegebenen Daten/Animation von Flug 77: mindestens 300 Fuß zu hoch für Laternen, Datenende mindestens eine Sekunde vor Aufprall, extrapoliert mindestens 100 Fuß zu hoch für das Pentagon.
- S105 · citizeninvestigationteam.com — Why does it matter which side of the gas station the plane flew on?. Eigene Erklärung des CIT: Zeugenerinnerungen an eine Bahn nördlich von Citgo seien mit Laternen-/Gebäudeschäden und amtlicher Aufprallbahn unvereinbar.
- S106 · www.ntsb.gov — Flight Path Study — American Airlines Flight 77, 19 February 2002. Amtliche Flugwegrekonstruktion aus Radar und geborgenem FDR; beschriebener Aufprall um 9:37:45 Uhr bei etwa 460 Knoten.
- S107 · richardgage911.org — What Hit the Pentagon? Misinformation and its Effect on the Credibility of 9/11 Truth, January 2015, Version 10. Erwiderung aus der kritischen Literatur: Warren Stutt zugeschriebene vollständigere Dekodierung widerspreche einem Aufprall nahe Bodenhöhe nicht; Kritik am Vorrang für CIT-Zeugenaussagen.
- S108 · www.911research.wtc7.net — Was Flight 93 Shot Down?. Flugblatt von Kritikern zu Berichten über weit entfernte Trümmer und ein weiteres Flugzeug; Überschrift nennt Indian Lake und New Baltimore in drei und acht Meilen Entfernung.
- S109 · www.nps.gov — Response and Investigation. Amtliche Gedenkstättendarstellung der FBI-Bergung, darunter Trümmer am 1,5 Meilen entfernten Indian Lake sowie in nahen Gärten und Feldern.
- S110 · www.popularmechanics.com — Flight 93 Myths Debunked: The Real Story Behind the Crash. Berichterstattung mit benannter Quelle: VF-Corporation-Falcon besichtigte den Ort auf Bitte der Flugsicherung; Luftfahrtleiter David Newell und Bestätigung des Copiloten.
- S111 · www.ntsb.gov — Flight Path Study — United Airlines Flight 93, 19 February 2002. Amtliche Radar-/FDR-Rekonstruktion: letzte Steuereingaben, Aufprall in Rückenlage mit 40 Grad nach unten geneigter Nase um 10:03:11 Uhr.
- S112 · www.ae911truth.org — High-Temperature Thermitic Reactions. Eigene Interpretation der Kritiker: eisenreiche Kügelchen und weitere Hitzebefunde stützten thermitische Reaktionen.
- S121 · nsarchive2.gwu.edu — President’s Daily Brief, 6 August 2001: Bin Ladin Determined To Strike in US. Das zweiseitige Original endet mit aktuellen FBI-Hinweisen auf Beobachtung und Anschlagsvorbereitungen sowie dem Bericht über einen Botschaftsanruf im Mai; es benennt nicht den konkreten Anschlagsplan.
- S122 · www.govinfo.gov — Able Danger and Intelligence Information Sharing — Senate hearing, 21 September 2005 (S. Hrg. 109–311). Specters Eröffnungserklärung nennt die Untersagung der Aussage von fünf wichtigen Zeugen, spät übermittelte Unterlagen und Geheimschutzbedenken des Verteidigungsministeriums sowie Schutzvorkehrungen und eine mögliche nicht öffentliche Sitzung.
- S123 · www.nysd.uscourts.gov — In re Terrorist Attacks on September 11, 2001 — Opinion denying Saudi Arabia’s renewed motion to dismiss (Document 11182, filed 28 August 2025). Originalentscheidung: saudische Argumente; Schlussfolgerungen für die Zuständigkeit, keine abschließende Haftung; Zurückweisung einzelner Klägerdeutungen des Kapitolvideos und der Zusammenkunft. Die saudische Position wird anhand der gerichtlichen Wiedergabe der Schriftsätze dargestellt; diese wurden nicht gesondert beschafft.
- S124 · www.govinfo.gov — FBI Electronic Communication, “Connections to the Attacks of September 11, 2001,” 23 July 2021; reproduced in S. Hrg. 118–172. FBI-Zusammenfassung bewertet saudische Unterstützung eines breiteren militanten Netzwerks und leitet Kenntnis oder Billigung seiner Aktivitäten durch die Regierung ab; eine Ermittlungsbewertung, kein gerichtlicher Nachweis der Vorabkenntnis des konkreten Anschlagsplans.
- S125 · vault.fbi.gov — Operation Encore: “To administratively close case,” 27 May 2021, with addendum dated 8 September 2021. Förmlicher Abschluss im Mai 2021 wegen unzureichender Belege für eine Strafverfolgung; Beginn in New York 2007, erneute Prüfung 2019–2020 und mögliche Wiederaufnahme. Vom berichteten Ende des Teams 2016 zu unterscheiden. Der Anhang berichtigt Aussagen zur Interviewzahl und Ermittlungshypothese.
- S127 · www.sec.gov — SEC Northeast Regional Office Reopens in Manhattan — Press Release 2001-112, 15 October 2001. Die SEC erklärt, ihre Mitarbeiter hätten Aufgaben fortgeführt und Akten rekonstruiert, damit kein Verfahren und keine Ermittlung verloren gehe. Damalige Zusicherung, kein Nachweis aller späteren Verfahrensergebnisse oder vorhandener Zweitkopien. Getrennt von späterer Aktenvernichtung im FOIA-Kontext.
- S143 · www.scribd.com — Public one-page reproduction of SEC letter to David Callahan. Öffentlich verbreitete einseitige Reproduktion der SEC-Antwort an David Callahan vom 23. Dezember 2009, Antrag 09-07659-FOIA. Demnach sei der Behörde mitgeteilt worden, dass möglicherweise einschlägige Unterlagen vernichtet worden seien; entsprechende Informationen habe sie nicht gefunden. Unterschrift und Schluss fehlen im sichtbaren Ausschnitt; Vollständigkeit und Echtheit wurden nicht unabhängig bestätigt.
- S146 · unredacted.com — Pre-September 11, 2001 Trading Review; Information Memorandum ENF 02-13; File HO-9325. Memorandum der SEC Division of Enforcement vom 15. Mai 2002, Pre-September 11, 2001 Trading Review, ausdrücklich zitiert in Fußnote 130 zu Kapitel 5 des 9/11-Kommissionsberichts. Die öffentlich zugängliche, teilweise geschwärzte 20-seitige Kopie belegt den Erhalt dieses Memorandums, nicht sämtlicher zugrundeliegender Daten.
- S147 · unredacted.com — SEC appeal response to Meredith Fuchs, National Security Archive; FOIA 05-1269-FOIA. Unterzeichnete Freigabeentscheidung der SEC an Meredith Fuchs vom National Security Archive vom 6. April 2010 im Beschwerdeverfahren 05-1269-FOIA. Sie erlaubt die Herausgabe des Handelsuntersuchungs-Memorandums vom 15. Mai 2002 mit bestimmten Schwärzungen. Dieses Verfahren ist von Callahans Antrag zu unterscheiden.
- S151 · 911panel.org — Unusual Option Market Activity and the Terrorist Attacks of September 11, 2001. Zeitschriftenaufsatz, Juli 2006. Schlussfolgerung auf S. 1725: Ungewöhnliche Käufe von Verkaufsoptionen seien mit Vorwissen vereinbar. Statistische Schlussfolgerung, keine Identifizierung von Händlern. Die Zeitschriften-PDF liegt auf einer fremden Spiegelwebsite.
- S152 · marcchesney.com — Detecting abnormal trading activities in option markets. Veröffentlichter Aufsatz und gesonderter Anhang auf der Website des Autors. Der Anhang untersucht auffällige Geschäfte vor den Anschlägen; S. 264 des Aufsatzes nennt die fehlenden Händleridentitäten. Statistische Einstufungen identifizieren weder die Händler noch belegen sie unabhängig deren Wissen.