Die energiebedingten Emissionen entwickelten sich zwischen 2015 und 2025 unterschiedlich. In der Zeitreihe des Energy Institute stieg der weltweite Ausstoß von 32,80 auf 35,81 Milliarden Tonnen CO₂. In der Europäischen Union ging er zurück, ebenso in den Vereinigten Staaten, Japan und mehreren großen europäischen Volkswirtschaften. China und Indien erhöhten ihre jährlichen Emissionen deutlich. Diese Befunde können gleichzeitig zutreffen: Ein Rückgang in einer Region garantiert keinen sinkenden Weltwert. Der Vergleich erfasst jedoch eine klar abgegrenzte Größe: CO₂ aus der Verbrennung von Öl, Gas und Kohle. Er ist weder eine vollständige Treibhausgasbilanz noch eine Schätzung importierter Emissionen oder ein Urteil über die Klimapolitik eines Landes. Energy Institute, Statistical Review 2026, CO₂-Tabelle
Zuerst klären, was gemessen wird
Die zugrunde liegende Tabelle weist jährliche Emissionen in Millionen Tonnen aus. Wir rechnen sie in Milliarden Tonnen, also Gigatonnen (Gt), um und vergleichen 2025 mit 2015 innerhalb derselben Berichtsausgabe. Die zehn Länder entsprechen der nach nominalem Bruttoinlandsprodukt ausgewählten Gruppe aus der ursprünglichen Recherche; Polen und die EU dienen als zusätzliche Vergleichsgrößen. Das BIP bestimmt die Länderauswahl, nicht die Rangfolge der Emissionen. Es misst auch weder die Bevölkerungszahl noch die Kaufkraft oder die Verantwortung für die historische Erwärmung. World Bank, GDP in current US dollars
Zwei Berechnungen beantworten unterschiedliche Fragen. Die absolute Veränderung ist der Wert von 2025 abzüglich des Werts von 2015. Für die prozentuale Veränderung wird diese Differenz durch den Ausgangswert von 2015 geteilt. Eine kleine Volkswirtschaft kann einen großen prozentualen Rückgang erzielen und dennoch weniger Tonnen einsparen als eine größere Volkswirtschaft mit einer geringeren relativen Verbesserung. Ein aussagekräftiger Vergleich sollte deshalb sowohl Größenordnung als auch Richtung zeigen.

Das Jahrzehnt in Zahlen
Die Tabelle zeigt die ausgewählten Anfangs- und Endwerte. Zur besseren Lesbarkeit sind sie gerundet; die Veränderungen wurden mit der ursprünglichen Genauigkeit berechnet. Es handelt sich um den jährlichen Ausstoß in den beiden Jahren, nicht um die Summe der Emissionen über das gesamte Jahrzehnt. Energy Institute, Ausgabe 2026, Seite 26
| Land oder Vergleichsgröße | 2015, Gt CO₂ | 2025, Gt CO₂ | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Vereinigte Staaten | 5,138 | 4,755 | −7,4 % |
| China | 9,148 | 11,220 | +22,7 % |
| Deutschland | 0,756 | 0,558 | −26,2 % |
| Japan | 1,217 | 0,980 | −19,5 % |
| Indien | 2,119 | 2,962 | +39,8 % |
| Vereinigtes Königreich | 0,441 | 0,313 | −28,9 % |
| Frankreich | 0,309 | 0,249 | −19,5 % |
| Italien | 0,338 | 0,295 | −13,0 % |
| Kanada | 0,556 | 0,532 | −4,4 % |
| Russland | 1,521 | 1,645 | +8,1 % |
| Polen, Vergleichsgröße | 0,290 | 0,263 | −9,3 % |
| EU27, Vergleichsgröße | 3,045 | 2,481 | −18,5 % |
| Welt | 32,798 | 35,806 | +9,2 % |
Die EU-Zeile überschneidet sich mit Deutschland, Frankreich, Italien und Polen. Wer sie zu diesen Ländern addiert, zählt deren Emissionen doppelt. Der Weltwert ist eine gesondert veröffentlichte Gesamtsumme und nicht die Summe der hier dargestellten Länder. Diese Abgrenzung ist wesentlich, wenn eine Grafik regionale Gesamtwerte mit einzelnen Staaten vergleicht.
Chinas Zunahme betrug etwa 2,072 Gt, die Indiens etwa 0,843 Gt. Zusammen sind das rund 2,916 Gt, gegenüber einem weltweiten Nettoanstieg von 3,008 Gt. Das rechnerische Verhältnis liegt bei etwa 97 %. Es beschreibt das Verhältnis ausgewählter Veränderungen zur weltweiten Nettoveränderung. Es bedeutet weder, dass diese Länder 97 % aller Emissionen verursachten, noch, dass andere Länder keinen zusätzlichen Ausstoß verzeichneten. Zu- und Abnahmen andernorts glichen sich teilweise aus. Eigene Berechnung aus der EI-Tabelle, Seite 26
Warum ein globaler Anstieg die politische Frage nicht entscheidet
Ein sinkender EU-Wert und ein steigender Weltwert zeigen zunächst ein Bilanzmuster. Daraus folgt nicht, wie hoch die Emissionen ohne europäische Maßnahmen gewesen wären. Für eine solche Wirkungsanalyse wäre ein belastbares Vergleichsszenario ohne diese Maßnahmen nötig. Sie müsste außerdem politische Einflüsse von Konjunktur, Wetter, Brennstoffpreisen, Industriestruktur und technischem Wandel trennen.
Auch der umgekehrte Schluss ist nicht tragfähig. Sinkende Emissionen nach Beginn einer Maßnahme belegen nicht, dass diese den gesamten Rückgang verursacht hat. Unser Ausgangsjahr 2015 liegt vier Jahre vor der Vorstellung des europäischen Green Deal. Ihm die gesamte Veränderung von 2015 bis 2025 zuzuschreiben, würde den zeitlichen Zusammenhang des Vergleichs übergehen. Europäische Kommission, ursprüngliche Veröffentlichung vom Dezember 2019
Die Internationale Energieagentur verdeutlicht, warum diese Unterscheidung wichtig ist. Ihr Bericht von 2026 betrachtet sowohl beobachtete Emissionen als auch geschätzte Emissionen, die durch den Einsatz ausgewählter sauberer Technologien vermieden wurden. Eine Schätzung vermiedener Emissionen beruht auf dem Vergleich mit einem alternativen Energiesystem. Sie lässt sich nicht unmittelbar aus einem Diagramm tatsächlicher Jahressummen ablesen. IEA, Global Energy Review 2026

Ein einzelnes Jahr kann ein anderes Bild zeigen
Der Jahrzehntvergleich ist nicht mit der jüngsten jährlichen Entwicklung gleichzusetzen. Ein Land kann unter seinem Wert von 2015 bleiben und dennoch zwischen 2024 und 2025 einen Anstieg verzeichnen. Umgekehrt macht ein kleiner jährlicher Rückgang eine große Zunahme aus früheren Jahren nicht ungeschehen.
Hinzu kommt, dass Institutionen unterschiedliche Emissionsreihen veröffentlichen. Die IEA nennt für ihre breiter abgegrenzte energiebedingte Gesamtsumme 2025 knapp 38,4 Gt; enthalten sind auch Industrieprozesse und das Abfackeln von Gas. Ihre Darstellung zu China und Indien unterscheidet sich ebenfalls von der Tabelle des Energy Institute. Dabei spielen Abgrenzung und Schätzverfahren eine Rolle; diese Analyse hat deren einzelne Beiträge zur Abweichung nicht aufgeschlüsselt. Deshalb übernehmen wir keine IEA-Länderveränderungen in die EI-Zeitreihe. IEA, Definitionen und regionale Analyse
Selbst innerhalb eines Berichts kann eine ausgewiesene Wachstumsrate von der einfachen Division zweier Jahressummen abweichen. Das EI bereinigt seine veröffentlichten Wachstumsraten um Schaltjahreseffekte. Die Prozentwerte für das Jahrzehnt in diesem Artikel werden ausdrücklich aus den Jahressummen berechnet. Ein Vergleich mit einer anders bereinigten Rate reicht daher nicht aus, um eine der Berechnungen als falsch einzustufen. Fußnote der EI-Tabelle in der reproduzierten Originalfassung
Was dieser Vergleich nicht erfasst
Die Rangfolge ist nicht pro Kopf berechnet. Sie ordnet außerdem die in gehandelten Gütern enthaltenen Emissionen nicht den Endverbrauchern zu. Eine vollständige Bilanz von Methan, Lachgas und Landnutzungsänderungen fehlt ebenfalls. Jede dieser Perspektiven könnte eine berechtigte Frage beantworten. Sie selektiv hinzuzufügen, würde jedoch einen anderen und in sich widersprüchlichen Vergleich schaffen.
Die Grafik misst auch nicht, wie teuer die Reduktionen waren, wie sich Nutzen und Kosten verteilten oder ob Industrieproduktion ins Ausland verlagert wurde. Dafür wären weitere Daten erforderlich. Ein Emissionsrückgang kann korrekt gemessen sein, während seine Ursachen und wirtschaftlichen Folgen umstritten bleiben. Der belastbare Befund ist enger: Eine einheitliche Reihe zeigt Richtung und Umfang der Veränderung unter einer ausdrücklich genannten Definition.
Methode und Quellenzugang
Alle Berechnungen verwenden die EI-Ausgabe 2026 und die Jahreswerte für 2015 und 2025. Historische Werte können zwischen Ausgaben revidiert werden. Der ursprüngliche Rechercheauszug wurde nachgerechnet und mit der Tabelle auf Seite 26 in einer öffentlichen Reproduktion des EI-Berichts abgeglichen. Der vollständige PDF-Bericht des Herausgebers ließ sich bei der Aktualisierung nicht herunterladen; seine offizielle Zusammenfassung war zugänglich und bestätigt den Weltwert für 2025 in einem gesonderten Dokument. Verglichen werden veröffentlichte Schätzungen; dies ist keine neue nationale Emissionsinventur. Die Quellen wurden am 9. September 2026 geprüft.